Entschiedene Maßnahmen gefordertPutin räumt Einbruch der russischen Wirtschaft ein

Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine werden international beispiellose wirtschaftliche Sanktionspakete gegen den Aggressor verhängt. Doch durch die Umstellung auf eine Kriegswirtschaft wischt Moskau die Folgen scheinbar weg. Jetzt kommen aus dem Kreml andere Töne.
Russlands Wirtschaft ist nach vier Jahren Krieg offiziellen Angaben zufolge ins Minus gerutscht. "Im Januar dieses Jahres ist Russlands Bruttoinlandsprodukt 2,1 Prozent niedriger gewesen als vor einem Jahr", sagte Präsident Wladimir Putin bei einer Regierungssitzung. Gleichzeitig sei die Industrieproduktion um 0,8 Prozent zurückgegangen. Während er dies mit der größeren Anzahl an Feiertagen in diesem Jahr gegenüber 2025 erklärte, forderte er zugleich von der Regierung entschiedene Maßnahmen, um "auf den Pfad nachhaltigen Wachstums zurückzukehren".
Putin hatte im Februar 2022 den Angriff auf die Ukraine befohlen. Den darauffolgenden Sanktionen des Westens konnte die russische Ökonomie nach der Umstellung auf eine Kriegswirtschaft lange relativ gut widerstehen - auch weil die Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts vom staatlich finanzierten Rüstungssektor angetrieben wurden. Anzeichen einer Krise machten sich bereits im vergangenen Jahr in zivilen Sektoren bemerkbar - und konnten zuletzt dann auch nicht mehr durch steigende Waffenproduktion aufgefangen werden.
Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine haben die Europäische Union, die USA, Großbritannien und ihre Verbündeten beispiellose wirtschaftliche Sanktionspakete gegen den Aggressor verhängt. Vor den nächsten Verhandlungen mit den USA fordert der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nun ein härteres Vorgehen gegen Russland. Selenskyj bezieht sich in einer Mitteilung auf X vor allem auf Russlands Schattenflotte, gegen die schärfer vorgegangen werden müsse.
Zudem müssten Russland Öleinnahmen entzogen werden. "Einnahmen geben Russland ein Gefühl der Straffreiheit und die Möglichkeit, den Krieg fortzusetzen. Deshalb muss der Druck anhalten und die Sanktionen müssen greifen." Russlands Schattenflotte dürfe sich nirgends sicher fühlen. "Tanker, die dem Kriegsbudget dienen, können und müssen gestoppt und blockiert werden."