Wirtschaft

Paramount bessert Angebot nachErbitterter Bieterkampf um Warner Bros geht in nächste Runde

16.02.2026, 07:08 Uhr
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An Warner Bros sind bekannte Marken wie "Game of Thrones" oder "Harry Potter" geknüpft. (Foto: IMAGO/Anadolu Agency)

Netflix würde gerne Warner Bros Discovery übernehmen und ist sich eigentlich bereits mit dem Medienkonzern einig. Mitbieter Paramount bringt den Verwaltungsrat von Warner mit einem neuen Angebot ins Grübeln.

Der von Netflix umworbene Medienkonzern Warner Bros Discovery liebäugelt einem Medienbericht zufolge nun doch wieder mit dem konkurrierenden Übernahmeangebot von Paramount Skydance. Nachdem Warner zuletzt Netflix als Käufer bevorzugt hatte, berieten Mitglieder des Warner-Verwaltungsrats nun über das nachgebesserte Angebot von Paramount, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Reuters erhielt von den drei Unternehmen zunächst keine Stellungnahmen zu dem Bericht.

Paramount hatte seine Offerte zuletzt nachgebessert. Zwar blieb der Preis von 30 Euro pro Aktie unverändert, doch lockt der Konzern nun mit einer zusätzlichen Verzögerungsprämie: Warner-Aktionäre sollen 25 Cent je Anteilsschein für jedes Quartal ab 2027 erhalten, in dem die Transaktion noch nicht abgeschlossen ist. Zudem erklärte sich der CBS-Eigner bereit, die Vertragsstrafe von 2,8 Milliarden Dollar zu übernehmen, die Warner bei einem Platzen des Netflix-Deals zahlen müsste. Die Offerte bewertet Warner inklusive Schulden mit 108,4 Milliarden Dollar. Mit Netflix hatte Warner eine Vereinbarung über 72 Milliarden Dollar unterzeichnet.

Um den Medienriesen tobt ein erbitterter Bieterkampf. Sowohl der Streaming-Marktführer Netflix als auch Paramount wollen sich den Zugriff auf die renommierten Film- und Fernsehstudios sowie lukrative Marken wie "Game of Thrones", "Harry Potter" und die DC-Comics-Reihe um Batman und Superman sichern. Der aktivistische Investor und Großaktionär Ancora Holdings hatte sich zuletzt auf die Seite von Paramount geschlagen. Der Warner-Verwaltungsrat habe sich nicht ausreichend mit der Paramount-Offerte auseinandergesetzt.

In der Bieterschlacht geht es auch um das Schicksal des Nachrichtensenders CNN, bei dem oft kritisch über US-Präsident Donald Trump berichtet wird. Trump sagte im Dezember, es müsse sichergestellt werden, dass CNN bei einem Deal auf jeden Fall den Besitzer wechsele.

Paramount wurde im vergangenen Jahr von der Familie des als Trump-Unterstützer bekannten Tech-Milliardärs Larry Ellison gekauft. Die Nachrichtenredaktion des Paramount-Senders CBS schlug seit der Übernahme durch die Ellisons zum Teil einen freundlichen Ton gegenüber der Trump-Regierung an. Trump-Kritiker in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte. Beim Netflix-Deal soll CNN zusammen mit anderen TV-Sendern von Warner Bros. Discovery abgespalten werden.

Quelle: ntv.de, mba/rts

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