Wirtschaft
Ein-Euro-Jobs im Bereich der Landschaftspflege können die beruflichen Aussichten sogar verschlechtern - besonders für ostdeutsche Männer.
Ein-Euro-Jobs im Bereich der Landschaftspflege können die beruflichen Aussichten sogar verschlechtern - besonders für ostdeutsche Männer.(Foto: picture-alliance/ dpa)
Mittwoch, 04. April 2018

Einsatzfeld entscheidend: Erfolg von Ein-Euro-Jobs variiert stark

Ein-Euro-Jobs sollen den Weg in die reguläre Beschäftigung erleichtern. In vielen Fällen gelingt das - aber auch ein gegenteiliger Effekt ist möglich. Eine Studie zeigt: Besonders der Einsatzbereich entscheidet darüber, wie sich Jobchancen entwickeln.

Der Erfolg von Ein-Euro-Jobs hängt nach jüngsten Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern stark vom Einsatzfeld von Langzeitarbeitslosen ab. So hätten sich Einsätze von Frauen im Umfeld der boomenden Gesundheits- und Pflegebranche häufiger als tragfähigere Brücken in eine reguläre Beschäftigung erwiesen als etwa die Arbeit ostdeutscher Männer bei Umweltschutzprojekten und der Landschaftspflege. Das geht aus einer Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Vergleichsweise schnell fanden auch solche Ein-Euro-Jobber eine sozialversicherungspflichtige Stelle, die in der Kinderbetreuung oder der Jugendhilfe eingesetzt wurden, berichten die Autoren der Studie, Markus Kiesel und Joachim Wolff. Vor allem als schwer vermittelbar eingestufte westdeutsche Frauen haben nach Beobachtung der Forscher davon profitiert, dass in diesen Branchen viele neue Stellen geschaffen wurden.

Für ostdeutsche Männer habe es dagegen in den Einsatzbereichen ihres Ein-Euro-Jobs kaum freie Stellen gegeben. Ihre Jobchancen hätten sich während ihrer Beschäftigung in Umweltschutzprojekten und in der Landschaftspflege im Vergleich zu Langzeitarbeitslosen ohne Ein-Euro-Job sogar verschlechtert.

In den meisten untersuchten Fällen, heißt es in der IAB-Studie, hätten die Ein-Euro-Jobs jedoch die Eingliederungschance der Betroffenen während des siebenjährigen Untersuchungszeitraums verbessert. Die Ein-Euro-Jobs hätten etwa verhindert, dass sich Langzeitarbeitslose entmutigt aus dem Arbeitsleben zurückziehen. Dies sei bei ungeförderten Langzeitarbeitslosen häufiger der Fall gewesen.

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Quelle: n-tv.de