Wirtschaft

In der zweiten Jahreshälfte Etihad verliert Chef

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Flieger von Etihad: Teure Investments in Europa.

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Die Fluggesellschaft Etihad reagiert mit einem Wechsel im Topmanagement auf den wachsenden Druck auf die Nahost-Fluglinie. Chef James Hogan muss die Konsequenzen tragen.

Nach dem Abtritt von Stefan Pichler bei Air Berlin tauscht auch der arabische Großaktionär Etihad seine Führungsspitze aus. Konzernchef James Hogan werde das Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte verlassen, teilte die Fluggesellschaft aus dem arabischen Emirat Abu Dhabi mit. Auch Finanzchef James Rigney nimmt seinen Hut. Die Suche nach Nachfolgern habe bereits begonnen, hieß es.

Air Berlin
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Hogan stand mehr als zehn Jahre an der Spitze von Etihad, ehe er im vergangenen Jahr die Etihad Aviation Group gründete. Die Gruppe managt auch die Beteiligungen an anderen Fluglinien.

Etihad Airways gehört zum Trio der schnell wachsenden Nahost-Airlines, etablierter sind jedoch Emirates und Qatar Airways. Sie haben alle umfangreich in neue Flugzeuge von Airbus und Boeing investiert. Von Seiten europäischer und amerikanischer Wettbewerber stehen sie unter Beschuss.

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James Hogan stand mehr als zehn Jahre an der Spitze von Etihad.

(Foto: REUTERS)

Sie monieren, dass die Airlines staatlich subventioniert werden und so Wettbewerbsvorteile haben. Die Nahost-Fluggesellschaften weisen dies zurück. Hogan, der Etihad seit 2006 leitete, wollte zu den beiden älteren Mitstreitern aus der Region aufholen und hat zu diesem Zweck in eine Reihe Airlines investiert. Hierzu zählen Minderheitsanteile an Alitalia, Air Berlin sowie der indischen Jet Airways.

Eine Milliarde an Air Berlin

Die Beteiligungen haben zwar das Flugaufkommen am Hub in Abu Dhabi angekurbelt, allerdings zu hohen Kosten. So musste Etihad Deutschlands zweitgrößte Fluglinie, Air Berlin, wiederholt mit Finanzspritzen vor dem Untergang bewahren – insgesamt sollen die Scheichs rund eine Milliarde Euro nach Berlin überwiesen haben. Die Airline schreibt dennoch weitere Verluste.

De Eigentümer von Etihad, das Herrscherhaus von Abu Dhabi, sollen schon länger mit Hogans kostspieligen Investments in Europa unzufrieden sein. Chairman Mohamed Mubarak Fadhel Al Mazrouei kündigte an, die Beteiligungen "anzupassen". Gleichzeitig erklärte er, an den Prinzipien des Plans festzuhalten. Größe und Struktur der Gesellschaft würden überprüft, Sparmaßnahmen seien nicht ausgeschlossen.

Quelle: n-tv.de, cas/dpa/DJ

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