Wirtschaft

Spanien top, Finnland flop Eurozonen-Wirtschaft schwächelt unerwartet

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Hafen in Rotterdam: Das Wachstum in der Eurozone schwächt sich zuletzt leicht ab.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone ist ohnehin niedrig - im vergangenen Quartal schwächt es sich überraschend weiter ab. Lediglich um 0,3 Prozent verbessert sich im Schnitt die Wirtschaftsleistung der Euroländer. Auch die Preise ziehen nicht so recht an.

Stabile Preise

Die Europäische Zentralbank ist verpflichtet, für stabile Preise zu sorgen. Preisstabilität definiert die EZB allerdings nicht bei null Prozent Inflation, sondern bei einer mittelfristigen Steigerung des Preisniveaus "unter, aber nahe" zwei Prozent.

Die EZB will damit vor allem einen Sicherheitsabstand zur Deflation einhalten, also einen länger anhaltenden Rückgang des Preisniveaus vermeiden. Sie berücksichtigt damit auch, dass es zu leichten Messfehlern kommen kann. Eine gemessene Inflationsrate von Null könnte auf einen leichten Rückgang des tatsächlichen Preisniveaus hinweisen.

Die Zielmarke von zwei Prozent verfolgt einen weiteren Zweck: In der Eurozone gibt es Länder mit höheren und Länder mit niedrigeren Inflationsraten. Würde die EZB eine durchschnittliche Preissteigerung von null Prozent anstreben, müssten einige Mitgliedsstaaten entsprechend negative Raten aufweisen, um die Preissteigerung in anderen Staaten auszugleichen.

Das Wirtschaftswachstum im Euroraum hat sich unerwartet etwas abgeschwächt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der 19 Euroländer stieg von April bis Juni im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent, wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Im ersten Quartal war die Wirtschaft noch um 0,4 Prozent gewachsen.

Ein besonders starkes Wachstum erzielte Spanien mit 1,0 Prozent zum Vorquartal. Nur Lettland legte mit 1,2 Prozent noch stärker zu. Deutschland liegt mit einem Zuwachs um 0,4 Prozent im Mittelfeld, während Frankreich überraschend stagnierte. Innerhalb der Eurozone hat nur Finnland mit 0,4 Prozent ein Minus bei der Wirtschaftsleistung ausgewiesen. Griechenland kam mit 0,8 Prozent auf ein unerwartet kräftiges Wachstum.

Im Jahresvergleich wuchs die Wirtschaft der Eurozone im zweiten Quartal um 1,2 Prozent. Erwartet wurde ein Zuwachs von 1,3 Prozent. Im ersten Quartal hatte das Wachstum noch bei 1,0 Prozent gelegen.

Inflation kommt weiter nicht in Fahrt

Gleichzeitig sind im Euroraum die Verbraucherpreise im Juli wegen gesunkener Kraftstoffkosten erneut nur leicht gestiegen. Im Jahresvergleich stieg das Preisniveau um 0,2 Prozent, wie Eurostat mitteilte. Im Juni war die Teuerungsrate gleich hoch gewesen. Die Inflationsrate bleibt damit auf relativ niedrigem Niveau.

In Deutschland lag die für europäische Vergleichszwecke harmonisierte Inflationsrate bei 0,1 Prozent. Zypern (minus 2,4 Prozent), Griechenland (minus 1,3 Prozent) und Slowenien (minus 0,7 Prozent) erreichten sogar negative Raten. Zum Vormonat gingen die Verbraucherpreise in der Eurozone im Juli um 0,6 Prozent zurück. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an, da sie auf diesem Niveau von stabilen Preisen ausgeht. Zur Bekämpfung der ungewöhnlich niedrigen Inflation hat die EZB ihre Geldpolitik stark gelockert.

Quelle: ntv.de, kst/rts/dpa

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