Wirtschaft

Braun stellt sich den Ermittlern Ex-Wirecard-Chef festgenommen

Für den langjährigen Chef erreicht der Skandal um den Finanzkonzern Wirecard einen neuen Tiefpunkt. Die Staatsanwaltschaft nimmt Markus Braun in München fest. Die Ermittler werfen ihm Bilanzfälschung und Marktmanipulation vor. Noch heute soll das Amtsgericht über eine Haft entscheiden.

Im Bilanzskandal um den Dax-Konzern Wirecard ist der ehemalige Vorstandschef Markus Braun festgenommen worden. Das teilte die Münchner Staatsanwaltschaft mit. Demnach sei bereits am Montag ein Haftbefehl beantragt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft Braun vor, die Bilanzsumme und die Umsätze von Wirecard durch vorgetäuschte Einnahmen aufgebläht zu haben. "Er hat sich gestellt", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Nun soll das Münchner Amtsgericht im Laufe des Tages über die Fortdauer der Haft entscheiden.

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In dem Bilanzskandal geht es um mutmaßliche Luftbuchungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro, die das Hightech-Unternehmen aus dem Münchner Vorort Aschheim an den Rand des Abgrunds getrieben haben. Wirecard hatte Anfang der Woche eingeräumt, dass die Milliardensumme, die angeblich auf Treuhandkonten in Südostasien verbucht war, sehr wahrscheinlich nicht existiere. Im Zentrum des Skandals stehen der ehemalige Wirecard-Finanzchef in Südostasien und ein ehemaliger Treuhänder, der das mutmaßlich zum Großteil gar nicht existierende Geschäft mit Drittfirmen betreute.

Die Ermittler gehen nun jedoch davon aus, dass es Mitwisser beziehungsweise Mittäter in der deutschen Unternehmenszentrale gab. Untersuchungshaft kann verhängt werden, wenn die Justiz von Flucht- oder Verdunkelungsgefahr ausgeht. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit Wochen gegen Braun, allerdings ursprünglich lediglich wegen des Verdachts, Anleger in zwei Ad-hoc-Mitteilungen falsch informiert zu haben.

Braun war nach Bekanntwerden des Skandals zurückgetreten. Seine ehemalige rechte Hand Jan Marsalek wurde vom Aufsichtsrat gefeuert. Marsalek hatte das Tagesgeschäft geleitet.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa/rts/DJ