Wirtschaft

Hyperinflation und US-Sanktionen Experte rät Iran zu Gold-Währung

Die USA kündigen den Atomdeal mit dem Iran auf und Sanktionen an. Das verfehlt seine Wirkung nicht: Irans Wirtschaft bekommt Probleme, die Inflation steigt. Ein US-Volkswirt hat einen Tipp für Teheran. Und auch Präsident Ruhani möchte seine Landsleute beruhigen.

Der US-Ökonom Steve Hanke hat dem Iran geraten, den rasanten Wertverfall seiner Währung mit der Bindung des Rial an Gold zu stoppen. "Das Land hätte dann weiter seinen Rial. Doch der wäre dann nicht mehr Schrottwährung, sondern so gut wie Gold", sagte Hanke der "Welt".

"Für die iranische Wirtschaft ist die Situation lebensgefährlich", sagte der Professor für Angewandte Ökonomie an der Johns Hopkins University in Baltimore. Um "die Todesspirale" zu stoppen, sollte Teheran sich ein Beispiel an Bulgarien 1997 nehmen. Damals habe das Balkanland die grassierende Inflation mit der Bindung der Währung an die D-Mark gestoppt. Für den Iran biete sich eine Gold-Bindung an.

Iran wappnet sich

Die USA versuchen im Streit mit Teheran um die iranische Außen- und Militärpolitik die Wirtschaft der Islamischen Republik zu zerrütten. Am Montag um 0 Uhr Washingtoner Zeit (Dienstag 6 Uhr MESZ) setzt US-Präsident Donald Trump Sanktionen wieder in Kraft, die dem Iran unter anderem verwehren sollen, Dollarnoten zu erwerben und mit Gold und Rohstoffen zu handeln, die in Dollar notiert werden. Im November sollen Sanktionen gegen die iranische Ölindustrie hinzukommen.

Alleine die Ankündigung der Sanktionen hat bereits viele Konzerne vor Geschäften mit dem Iran zurückschrecken lassen. Im Iran selbst führt die Wirtschaftskrise zu Unruhen. Hassan Ruhani will sich vor dem Beginn der Sanktionen mit einer Fernsehrede an seine Landsleute wenden. Wie die staatliche Nachrichtenagentur IRNA berichtete, will Irans Präsident am Abend (19.10 Uhr MESZE) erklären, wie die Führung in Teheran gegen die Sanktionen vorgehen wolle. Mit Spannung wird auch seine Antwort auf das Gesprächsangebot von Trump erwartet. Bisher hat sich Ruhani noch nicht zu dem Angebot geäußert.

Der Iran will indes den Währungsverfall mit etlichen gelockerten Bestimmungen stoppen: Ein Verbot für Wechselstuben, harte Währungen zu schwankenden Kursen zu verkaufen, solle abgeschafft werden, berichtete das staatliche Fernsehen. Exporteuren werde es erlaubt, Devisen an Importeure zu freien Kursen zu verkaufen. Zudem würden niedrige Preise für grundlegende Güter und Medikamente garantiert.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa/rts

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