Wirtschaft

Hohes Risiko durch faule Kredite Experten warnen vor EU-Einlagensicherung

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Die deutschen Großbanken haben ihre faulen Kredite zu einem Großteil abgebaut.

(Foto: imago/Ralph Peters)

In den Bilanzen einiger europäischer Großbanken schlummern erhebliche Risiken durch Berge fauler Kredite. Angesichts dieser Gefahr warnen Experten vor der geplanten EU-Einlagensicherung. Die könnte zu einem dauerhaften Transfermechanismus werden.

Die umstrittene EU-Einlagensicherung könnte einer Studie zufolge die Gefahren in der Euro-Zone durch faule Bankkredite nur schwer auffangen. Es gebe weiter signifikante Risiken in den Büchern systemrelevanter Geldhäuser des Währungsraumes, heißt es in der Untersuchung des arbeitgebernahen Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Der Anteil an faulen Krediten sei dabei zwischen den einzelnen Banken so unterschiedlich, dass eine gemeinsame Einlagensicherung zu einem dauerhaften Transfermechanismus führen würde.

So würden die Rekapitalisierungskosten zur Beseitigung fauler Bankkredite (non-performing loans - NPL) zwischen 2019 und 2022 in Zypern 2,4 Prozent der dortigen Wirtschaftsleistung verschlingen, heißt es in der Studie zu 76 systemrelevanten Geldhäusern.

Dort liege die Höhe der faulen Kredite gemessen am BIP bei 90 Prozent. In Griechenland lägen die Rekapitalisierungskosten bei zwei Prozent des BIP, in Italien bei 0,8 Prozent. Dort sei eine Bankenkrise am wahrscheinlichsten, da eine signifikante Zahl italienischer Banken zehn oder mehr Prozent fauler Kredite in der Bilanz mitschleppten. 

Italien mit den meisten faulen Krediten

Von den untersuchten Banken hätten die italienischen Institute zudem mit rund 189 Milliarden Euro den größten Berg an NPLs abzutragen, obwohl sie seit 2016 bereits rund 47 Milliarden Euro losgeworden seien. Auch die Geldhäuser in Spanien und Frankreich tragen demnach noch hohe Summen solcher Kredite mit sich. In Deutschland gehe die Summe von 48 Milliarden Euro an NPLs vornehmlich auf die Kappe der HSH Nordbank, die ihre faulen Kredite mittlerweile zu einem großen Teil abgebaut hat.

Der Studie zufolge konnten Banken mit geringeren NPL-Quoten ihre faulen Kredite zuletzt weiter reduzieren, während das Problem bei den ohnehin belasteten Häusern bestehen bleibt. Sollte dafür keine Lösung durch die zuständigen Staaten oder den dortigen Privatsektor gefunden werden, sei es besser, von der Idee einer EU-Einlagensicherung Abstand zu nehmen, folgert das IW. In Deutschland stößt die Idee der EU-Kommission, die als Vollendung der Bankenunion gesehen wird, unter anderem auf massiven Widerstand der Banken und der Unionsfraktion im Bundestag.

Quelle: ntv.de, sgu/rts

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