Wirtschaft

Deutsche Produktion leidet stark Export lahmt und erzielt trotzdem Rekord

Die weltweiten Handelskonflikte belasten den deutschen Export immer mehr. Trotz deutlich schwindender Dynamik erreichen die Ausfuhren im vergangenen Jahr abermals einen Rekordwert. Bei der Produktion sehen die Daten derweil wesentlich düsterer aus.

Die deutschen Exporteure haben vor der Jahreswende nur ein kleines Umsatzplus geschafft, im Gesamtjahr 2019 jedoch einen weiteren Rekordwert erzielt. Die Warenausfuhren zogen im Dezember um 0,1 Prozent zum Vormonat an, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Gesamtjahr stiegen sie auf einen Rekordwert von 1327,6 Milliarden Euro. Der Zuwachs fiel mit 0,8 Prozent allerdings wesentlich kleiner aus als in den Jahren 2018 und 2017. Damals hatte es noch ein Plus von 3 Prozent beziehungsweise 6,2 Prozent gegeben.

Zum Jahresende 2019 beschleunigten sich die Ausfuhren. Im Dezember gingen Waren im Wert von 98 Milliarden Euro ins Ausland, das waren 2,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Importe legten im Gesamtjahr um 1,4 Prozent auf 1104,1 Milliarden Euro zu. Kalender- und saisonbereinigt ergab sich ein Außenhandelsüberschuss von 223,5 (Vorjahr: 228,7) Milliarden Euro.

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Die schwelenden Handelskonflikte in der Welt, der Brexit und die Konjunkturflaute in Europa belasten das deutsche Exportgeschäft. Für neue Unsicherheit sorgt zudem die schnelle Ausbreitung des Coronavirus insbesondere in China, einem wichtigen Handelspartner Deutschlands.

Produktion bricht ein

Die deutschen Unternehmen fuhren ihre Produktion unterdessen im Dezember so stark zurück wie seit Anfang 2009 nicht mehr, als Deutschland unter den Folgen der Weltwirtschaftskrise litt. Industrie, Bau und Energieversorger stellten im Dezember 2019 zusammen 3,5 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Ökonomen hatten lediglich mit einem Minus von 0,2 Prozent gerechnet.

"Die zuletzt schwache Entwicklung der Produktion und der Auftragseingänge deutet darauf hin, dass die Konjunkturschwäche in der Industrie noch nicht überwunden ist", erklärte das Ministerium. Aufgrund einer hohen Anzahl an Brückentagen im Dezember dürfte der Rückgang der Industrieproduktion allerdings "überzeichnet" sein. Die verbesserte Stimmung in den Unternehmen spreche dafür, dass sich die Industriekonjunktur in den kommenden Monaten etwas aufhellen werde, teilte das Ministerium weiter mit.

Quelle: ntv.de, cri/rts/DJ/dpa