Wirtschaft

DIHK: "Ein Schlag ins Kontor" Exporte nach Saudi-Arabien brechen ein

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Seit 2015 geht es mit den deutschen Exporten in den Wüstenstaat bergab.

(Foto: imago images/Kyodo News)

Im Handel mit Saudi-Arabien muss die deutsche Exportwirtschaft einen Rückschritt verkraften. Die Ausfuhren gehen zuletzt um fast ein Fünftel zurück. Liegt es an den politischen Spannungen zwischen Deutschland und der Wüstenmonarchie?

Die deutschen Exporte nach Saudi-Arabien könnten in diesem Jahr erstmals seit neun Jahren wieder unter die Marke von sechs Milliarden Euro stürzen. In den ersten sieben Monaten sank der Wert der Ausfuhren nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro.

"Das ist ein Schlag ins Kontor des Geschäfts deutscher Unternehmen mit Saudi-Arabien", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Er führt den Einbruch aber nicht auf die politischen Spannungen zwischen Deutschland und Saudi-Arabien wegen des Jemen-Kriegs und der Ermordung des regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi zurück.

"Jetzt sind die Bremsspuren, die wir sehen, auf wirtschaftliche Ursachen zurückzuführen", sagte Treier. Dazu gehörten die schwache Weltkonjunktur, der damit einhergehende niedrige Ölpreis und die regionalen Spannungen - vor allem in der Straße von Hormus im Persischen Golf, wo es mehrere Angriffe auf Handelsschiffe gab.

Die deutschen Ausfuhren nach Saudi-Arabien hatten 2015 mit 9,9 Milliarden Euro einen Höchststand erreicht. Seitdem geht es kontinuierlich bergab. Im vergangenen Jahr wurden nur noch Waren im Wert von 6,3 Milliarden Euro in den ölreichen Wüstenstaat ausgeführt. Damals hatte die deutsche Wirtschaft dafür aber noch politische Gründe mitverantwortlich gemacht. Weil der frühere Außenminister Sigmar Gabriel der saudischen Führung "Abenteurertum" vorgeworfen hatte, zog diese vorübergehend den Botschafter aus Berlin ab und benachteiligte nach DIHK-Angaben auch deutsche Unternehmen bei der Vergabe von Aufträgen.

Quelle: n-tv.de, kst/dpa

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