Wirtschaft

Plattform soll sauber werden Facebook kann Nippel gut erkennen

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Jeden Monat nutzen nach Unternehmensangaben 2,2 Milliarden Menschen Facebook.

(Foto: AP)

Während Facebook Bilder nackter Körper schnell entfernt, bleiben extremistische Äußerungen häufig lange auf der Plattform stehen. Das sei frustrierend, sagt Gründer Mark Zuckerberg - und bittet um Geduld.

Facebooks künstliche Intelligenz (KI) kann eine Sache ziemlich gut: Brustwarzen erkennen. Das stellte Gründer und Chef Mark Zuckerberg in einem Gespräch mit Analysten heraus, das anlässlich der jüngsten Quartalszahlen geführt wurde. Facebook ist immer stärker auf KI angewiesen, um Inhalte zu entdecken, die gegen die eigenen Richtlinien verstoßen.

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Das liegt vor allem daran, dass der Druck auf Facebook wächst. So hat die Europäische Union das Unternehmen aufgefordert, extremistische Inhalte schneller zu entfernen. Facebook verwendet automatisierte Software und setzt weltweit rund 7500 Mitarbeitern ein, um umstrittene Texte, Bilder und Videos ausfindig zu machen - mit unterschiedlichem Erfolg.

Bei Terror-Propaganda kommt Facebook eigenen Angaben zufolge gut voran. Mittels KI werden 99 Prozent dieser Postings erkannt, ohne dass Nutzer zunächst auf sie aufmerksam machen, wie Zuckerberg sagte. Im ersten Quartal seien insgesamt 1,9 Millionen Einträge in Verbindung mit den Extremisten-Gruppen Islamischer Staat (IS) oder Al Kaida in den meisten Fällen gelöscht oder mit Warnhinweisen versehen worden, so das Unternehmen. Das seien doppelt so viele wie in den drei Monaten zuvor.

Bei Hassbotschaften sieht das allerdings anders aus. Zuckerberg verwies darauf, dass Facebook auch hier künstliche Intelligenz einsetze, um die Plattform sauber zu halten. Dafür müsse die Software aber in vielen Fällen erst den Kontext verstehen können, was zum Teil noch Jahre dauern könne.

"Es ist viel einfacher, ein System auf Basis künstlicher Intelligenz zu entwickeln, das eine Brustwarze erkennt, als sprachwissenschaftlich zu entscheiden, was eine Hassbotschaft ist", sagte Zuckerberg. Das sei frustrierend. Er spielte damit auf den häufigen Vorwurf an, Facebook sei beispielsweise schnell beim Entfernen von Fotos stillender Frauen, während antisemitische oder rassistische Äußerungen auf der Plattform blieben.

Quelle: n-tv.de, jga/dpa/rts

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