Wirtschaft

Strafzahlung für Datenpannen Facebook legt Milliardensumme zur Seite

Eine Strafe in Höhe von fünf Milliarden US-Dollar für Datenpannen würde auch einen Mega-Konzern wie Facebook empfindlich treffen. Um im Fall der Fälle gewappnet zu sein, legt das Unternehmen jetzt schon etwas auf die hohe Kante. Das hat deutliche Auswirkungen auf den Gewinn.

Wegen gravierender Datenschutzverstöße rechnet Facebook in den USA mit einer Strafe von bis zu fünf Milliarden US-Dollar (4,5 Milliarden Euro). Im zurückliegenden Quartal habe der Konzern deshalb vorsorglich schon einmal drei Milliarden US-Dollar zur Seite gelegt, teilte das Unternehmen mit. Hintergrund sind Ermittlungen der Verbraucherschutzbehörde FTC zu einem möglichen Verstoß des sozialen Netzwerks gegen eine im Jahr 2011 geschlossene Verpflichtung zu mehr Datenschutz.

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"Wir schätzen die Größenordnung des Verlusts in dieser Angelegenheit auf drei bis fünf Milliarden Dollar", erklärte Facebook. Der Fall sei weiterhin "unbewältigt". Zum Ausgang der Ermittlungen und dem Zeitpunkt sei keine Aussage möglich. Facebook hat Geldreserven von über 45 Milliarden Dollar. Die Anleger zeigten sich entspannt nach der Ankündigung der Rückstellung: Die Aktie legte im nachbörslichen Handel zeitweise um mehr als vier Prozent zu.

Ausgelöst worden waren die Ermittlungen der FTC gegen den Internetkonzern durch den Skandal um den Missbrauch von Facebook-Nutzerdaten durch die Datenanalysefirma Cambridge Analytica. Die britische Firma hatte heimlich die Daten von rund 87 Millionen Nutzern abgefischt. Sie wurden unter anderem für den Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump benutzt.

Angesichts der zurückgelegten Milliardensumme für die erwartete Strafzahlung sank der Gewinn von Facebook in den ersten drei Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 51 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 26 Prozent auf gut 15 Milliarden Dollar. Nach wie vor werden 93 Prozent der Werbeerlöse auf Mobilgeräten wie vor allem Smartphones erwirtschaftet.

Mitarbeiterzahlen gestiegen

Die Zahl monatlich aktiver Nutzer wuchs binnen drei Monaten um rund 60 Millionen auf 2,38 Milliarden. Täglich griffen auf das Online-Netzwerk 1,56 Milliarden Nutzer zu – nach 1,52 Milliarden im Vorquartal. Auch in Europa legte die Zahl mindestens ein Mal im Monat aktiver Nutzer zuletzt um 3 Millionen auf 384 Millionen zu. Im vergangenen Jahr war die europäische Nutzerzahl zeitweise zurückgegangen, vermutlich wegen der Umstellung durch die Datenschutz-Grundverordnung DSGVO, bei der neue Zustimmungen zur Datenverarbeitung eingeholt werden mussten. Die Zahl der Mitarbeiter wuchs seit Jahresbeginn von knapp 35.600 auf fast 37.800. Facebook erweitert unter anderem ständig die Teams, die unerlaubte oder kriminelle Inhalte löschen.

Facebook wurde in der Vergangenheit bereits von einer Serie von Skandalen erschüttert. Erst kürzlich hatte das Online-Netzwerk eine riesige Datensicherheitspanne eingeräumt. Demnach wurden die Passwörter von Hunderten Millionen Nutzern in unverschlüsselter Form auf internen Servern gespeichert.

Quelle: n-tv.de, lou/AFP/dpa

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