Wirtschaft

Scheitert die Digitalwährung? Facebook verliert Paypal als Libra-Partner

123426193.jpg

Facebook hat mit der Digitalwährung Libra große Pläne - muss diese nun aber ohne Paypal weiterverfolgen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Facebook möchte mit seiner Digitalwährung Libra ein neues, weltweites Bezahlmittel schaffen. Bei der Vorstellung der Pläne im Sommer präsentierte das Unternehmen eine lange Liste namhafter Partner. Zuletzt äußerten diese jedoch vermehrt Zweifel. Mit Paypal steigt nun das erste Schwergewicht aus.

Mit dem Online-Bezahldienst Paypal steigt der erste namhafte Partner bei Facebooks geplanter Digitalwährung Libra aus. Paypal bestätigte die Entscheidung nach US-Börsenschluss in einem Statement. Zuvor hatte es verschiedene Medienberichte über angebliche Bedenken angesichts der massiven Kritik an dem von Facebook initiierten Projekt gegeben. Zu den Beweggründen hielt Paypal sich in der Mitteilung jedoch bedeckt.

Das Unternehmen betonte, Libra trotz des Ausstiegs weiter unterstützend gegenüberzustehen und den Dialog hinsichtlich möglicher künftiger Kooperationen aufrechtzuerhalten. Facebook bleibe ein geschätzter strategischer Partner, mit dem Paypal weiterhin in verschiedenen Bereichen zusammenarbeite.

Laut US-Medien überdenken auch Visa, Mastercard und Stripe wegen des starken politischen Widerstands ihre Beteiligung an Libra. Die Digitalwährung soll von der Libra Association mit Sitz in der Schweiz verwaltet werden. Facebook hatte bei der Vorstellung im Sommer gut zwei Dutzend namhafte Partner präsentiert. Erste offizielle Mitglieder sollen in den kommenden Wochen genannt werden, erklärte der zuständige Facebook-Manager David Marcus nach den Berichten. Man sei dabei, "ruhig und selbstbewusst" die "berechtigten Bedenken" gegenüber Libra anzugehen.

Facebook hatte jüngst Einwände von Aufsehern zurückgewiesen, wonach Libra in die Hoheit von Notenbanken eingreifen könnte. Bei der Digitalwährung werde kein neues Geld ausgegeben, was Staaten vorbehalten bleibe, betonte Top-Manager Marcus. Libra soll nach bisherigen Plänen eins zu eins mit einem Korb stabiler Währungen und Staatsanleihen abgesichert werden. Politiker und Regulierer befürchten aber, dass der Fonds angesichts der enormen Nutzerzahlen von Facebook zu Verwerfungen auf den Geldmärkten führen könnte.

Quelle: n-tv.de, mra/dpa

Mehr zum Thema