Wirtschaft

Streit um zehn Milliarden Dollar Familie verklagt angeblichen Bitcoin-Erfinder

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Aus der Klageschrift: Dave Kleimans bekannte Unterschriften zeigen keinerlei Ähnlichkeit zu denen auf den angeblich von Wright vorgelegten Dokumenten.

(Foto: Case 9:18-cv-80176-BB Document 1-18 Entered on FLSD Docket 02/14/2018, US District Court Southern Florida)

Als der Programmierer Dave Kleiman stirbt, hat seine Familie keine Ahnung, dass er ein Bitcoinvermögen hinterlässt, das bald Milliarden wert sein wird. Doch als sich ein selbsternannter Bitcoin-Erfinder bei ihr meldet, wird sie hellhörig.

Als Dave Kleiman 2009 als einer der ersten Menschen begann, Bitcoin zu schöpfen und zu handeln, hatte die Digitalwährung noch überhaupt keinen Wert. Heute könnte sein Vermögen bis zu zehn Milliarden Dollar wert sein. Das behaupten zumindest die Erben des 2013 verstorbenen Programmierers in einer Klage gegen einen anderen legendären Bitcoin-Pionier, Craig Wright. Wright, der einst behauptete, hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto zu stecken und damit Erfinder der Kryptowährung zu sein, soll demnach durch Betrug und mit gefälschten Dokumenten bis zu 1,1 Millionen Bitcoin und Rechte an der Blockchain-Software aus Kleimans Besitz gestohlen haben.

Laut der in Florida eingereichten Klageschrift arbeiteten Kleiman und Wright schon seit März 2008 zusammen, Monate bevor Nakamoto sein Konzept für die Kryptowährung veröffentlichte. Wer Nakamoto wirklich ist, ist bis heute unbekannt. Nur Tage nachdem der erste Block der hinter Bitcoin stehenden Blockchain geschaffen wurde, führten die beiden Geschäftspartner ihre erste Bitcointransaktion durch. Ab 2011 betrieben Kleiman und Wright die Firma W&K Info Defense Research, in deren Besitz sich zum Zeitpunkt von Kleimans Tod eine nicht genau bekannte Zahl von Bitcoin befinden soll. Laut Berechnungen von Kleimans Erben könnten es mehr als eine Million sein, verteilt auf mehrere Trusts in Singapur, den Seychellen und Großbritannien.

Als Kleiman 2013 starb, hatte seine Familie offenbar keine Ahnung, dass er ein Millionenvermögen an Bitcoin hinterließ, das innerhalb weniger Jahre zeitweise auf bis zu 20 Milliarden Dollar im Wert steigen sollte. Doch bald meldete sich Wright bei Kleimans Vater und behauptete, Kleiman habe ihm noch zu Lebzeiten die gesamte Firma übertragen.

Doch die Familie wurde stutzig. Denn die Dokumente, die die Übertragung belegen sollten, waren ihren Angaben zufolge falsch. Die Verträge seien rückdatiert worden und Kleimans Unterschrift plump mit einer Computerschrift gefälscht, heißt es in der Klageschrift. Nach Angaben seiner Erben war Kleiman alleiniger Inhaber von W&K und Wright lediglich ein Geschäftspartner.

Was Wright zu den Vorwürfen sagt und wie viele der Bitcoin überhaupt noch in seinem Besitz sind, ist unbekannt. Viele Medien haben versucht, ihn ausfindig zu machen und eine Reaktion einzuholen. Doch Wrights aktueller Aufenthaltsort ist nicht bekannt und auch eine Messenger-Nachricht des Vice-Magazins blieb unbeantwortet.

Quelle: n-tv.de