Wirtschaft

Arbeitsmarkt in den USA Fast 27 Millionen neue Arbeitslose im Monat

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In Tampa im US-Bundesstaat Florida werden durch ein Fenster Formulare zur Arbeitslosigkeit weitergereicht.

(Foto: AP)

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA wächst weiter stark an. 4,4 Millionen Menschen stellen einen entsprechenden Antrag allein in der abgelaufenen Woche. Innerhalb eines Monats verlieren damit fast 27 Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz.

Infolge der Coronavirus-Pandemie haben in den USA die fünfte Woche in Folge Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt. In der Woche bis zum 18. April wurden 4,4 Millionen Neuanträge registriert, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte.

Die Zahl der Anträge fiel damit gegenüber der Vorwoche auf saisonbereinigter Basis um 810.000. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Rückgang auf 4,3 Millionen vorhergesagt. Damit haben innerhalb eines Monats fast 27 Millionen Menschen ihren Job verloren.

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Für die Vorwoche wurde der Wert nach unten revidiert, auf 5,24 Millionen von ursprünglich 5,25 Millionen. In der Woche zum 11. April erhielten 15,98 Millionen Personen Arbeitslosenunterstützung. Dies war eine Zunahme gegenüber der Vorwoche um 4,06 Millionen.

Die Erstanträge gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der größten Volkswirtschaft der Welt. Sie deuten inzwischen auf einen dramatischen Wirtschaftseinbruch infolge der Corona-Krise hin. Bis zum März hatte die Zahl der Erstanträge noch regelmäßig unter 100.000 pro Woche gelegen.

Die US-Arbeitslosenquote dürfte Experten zufolge bereits deutlich über 10 Prozent liegen, manche Analysten rechnen sogar mit etwa 15 Prozent. Einen genauen Wert gibt es noch nicht, weil die Statistik zuletzt nicht mit der Geschwindigkeit der Jobverluste Schritt halten konnte. Die Arbeitslosenquote hatte im Februar noch bei 3,5 Prozent gelegen, dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten.

Trump setzt auf Lockerungen

Die rasante Ausbreitung des Coronavirus hat das öffentliche Leben in den USA weitgehend zum Erliegen gebracht. Die große Mehrheit der rund 330 Millionen Amerikaner unterliegt Ausgangsbeschränkungen. Viele Geschäfte und Betriebe sind geschlossen, Restaurants und Hotels bleiben leer, Flüge sind massenhaft gestrichen, Veranstaltungen abgesagt. Viele Mitarbeiter geschlossener Unternehmen müssen daher Arbeitslosenhilfe beantragen.

Zudem sind Entlassungen in den USA in der Regel weit einfacher möglich als etwa in Deutschland. US-Präsident Donald Trump hofft, dass eine Lockerung der wegen der Epidemie verhängten Schutzmaßnahmen Besserung bringen wird. Er will, dass die Bundesstaaten wieder stufenweise zur Normalität zurückkehren und hofft, dass die Wirtschaft dann wieder "wie eine Rakete" durchstarten wird.

Die meisten Experten gehen aber davon aus, dass die Wirtschaft in diesem Jahr eine schwere Rezession erleben wird und eine Erholung erst 2021 in Sicht ist. Das kommt Trump - der sich im November um eine zweite Amtszeit bewirbt - höchst ungelegen.

Regierung und Kongress hatten angesichts der Krise Ende März ein gewaltiges Konjunkturpaket auf den Weg gebracht, um rund 2,2 Billionen Dollar in die leidende Wirtschaft zu pumpen. Diese Woche wollte der Kongress nochmals rund 500 Milliarden Dollar nachschieben. Dann sollen insgesamt mehr als 650 Milliarden Dollar bereitstehen für ein Programm, das kleinen und mittelgroßen Unternehmen für die kommenden Monate weitgehend die Lohnkosten ersetzt, um den Anstieg der Arbeitslosigkeit zu begrenzen. Die Auswirkung des Programms auf die Arbeitsmarktdaten war aber noch nicht absehbar.

Quelle: ntv.de, mli/dpa