Wirtschaft

"So viel Stabilität wie möglich" Fed schnürt 2,3-Billionen-Dollar-Paket

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Die Leitzinsen hatte die Fed bereits beinahe auf Null gesetzt.

(Foto: REUTERS)

Die US-Zentralbank öffnet die Geldschleusen und stellt 2,3 Billionen Dollar zur Verfügung, um die Auswirkungen der Corona-Krise abzufedern.

Die US-Notenbank Fed will mit weiteren Notfall-Hilfen im Volumen von 2,3 Billionen Dollar die von der Krise hart getroffene US-Wirtschaft stützen. Das neue Maßnahmenpaket dient vor allem der Unterstützung lokaler Regierungen und kleiner und mittelgroßer Unternehmen, wie die Notenbank mitteilte. Zentralbank-Chef Jerome Powell erklärte, die wirtschaftliche Erholung müsse "so kräftig wie möglich" sein.

"Die Rolle der Fed ist es, für so viel Erleichterung und Stabilität wie möglich zu sorgen", erklärte Powell weiter. Die Fed hatte bereits Anfang März ein gewaltiges Kreditprogramm angekündigt. Zudem senkte sie den Leitzins bereits auf Null ab. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sind in den USA wie auch in den meisten anderen Ländern weltweit gravierend. Die Coronavirus-Pandemie hat die Wirtschaftsaktivität in vielen Branchen weitgehend gestoppt. In den USA haben nach neuesten Angaben des Arbeitsministeriums binnen drei Wochen fast 17 Millionen Menschen ihren Job verloren.

Mit dem Hilfspaket sollen über die Banken unter anderem vierjährige Kredite für Firmen mit bis zu 10.000 Beschäftigten zur Verfügung gestellt werden. Zudem sollen Anleihen von Bundesstaaten und bevölkerungsreichen Counties und Städten erworben werden, um ihnen im Kampf gegen die ökonomischen Folgen der Pandemie zu helfen.

Fed geht deutlich weiter als in Finanzkrise 2008

Die Fed will zudem bereits zuvor angekündigte Programme für Unternehmenskredite ausweiten, um einige Klassen risikoreicherer Schuldtitel einzubeziehen, die bislang ausgeschlossen waren. Dazu gehört auch die Möglichkeit, dass Unternehmen, die bis vor kurzem noch mit Investment Grade eingestuft worden waren (sogenannte Fallen Angels), auf diese Kreditmittel zugreifen können. Mit diesem Paket geht die Fed weit über ihre Funktion als "Lender of Last Resort" hinaus, die sie in der Finanzkrise 2008 ausgeübt hatte, um eine Beschleunigung des wirtschaftlichen Abschwungs durch eine Finanzpanik zu verhindern.

Die US-Zentralbank nutzt für die aktuellen Maßnahmen Finanzmittel im Volumen von mehreren hundert Milliarden Dollar, die der Kongress jüngst im Rahmen eines 2 Billionen Dollar umfassenden Konjunkturstützungspakets freigegeben hatte.

Die Fed erläuterte, sie werde neue Klassen von Schuldtiteln in der bereits früher angekündigten Term Asset-Backed Securities Lending Facility (TALF) zulassen, die bislang nicht berücksichtigt wurden.

Die Fed wird nun u.a. mit AAA geratete Tranchen bestehender, mit Hypotheken besicherter Wertpapiere und neu ausgegebene Collateralized Loan Obligations (CLO) akzeptieren. Im Rahmen der TALF leiht die Fed Geld an Investoren, um Wertpapiere zu kaufen, die mit Kreditkartenkrediten und anderen Verbraucherschulden besichert sind. Die Fed hat für dieses Programm 100 Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt, diesen Betrag jetzt aber nicht erhöht.

Quelle: ntv.de, bdk/AFP/rts/DJ