Wirtschaft

Unsicherheitfaktor Trump Fed signalisiert baldigen Zinsschritt

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In einem Interview verweigerte Trump jüngst ein Bekenntnis zur Unabhängigkeit der US-Notenbank - und löste damit Empörung aus.

(Foto: REUTERS)

Die US-Konjunktur brummt, die Arbeitslosigkeit ist niedrig, die Inflation liegt nahe am Zielwert: Laut Protokoll des jüngsten Treffens sieht der geldpolitische Ausschuss der Fed den Zeitpunkt für den nächsten Zinsschritt bald gekommen - auch wenn der Präsident dagegen ist.

Die US-Notenbank Fed nimmt Kurs auf die nächste Zinserhöhung. Auf ihrer jüngsten Sitzung kamen viele Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses (FOMC) der Fed zu dem Schluss, dass wahrscheinlich bald eine erneute Straffung angemessen sei, sollte die Wirtschaft weiter mitspielen. Dies geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll des zweitägigen Treffens hervor, das am 1. August endete.

Die Währungshüter haben den Leitzins bereits zwei Mal in diesem Jahr hochgesetzt. Zuletzt hoben sie im Juni den Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld auf die aktuell gültige Spanne von 1,75 bis 2,0 Prozent an. An der US-Börse wird mit einem weiteren Schritt im September gerechnet.

Laut Protokoll waren die Dollar-Wächter der Ansicht, dass sich die Ausgaben der US-Haushalte dynamisch entwickelten. Die Wirtschaft werde wahrscheinlich weiter stark wachsen, so dass sich noch mehr Inflationsdruck aufbaue. Die Notenbanker diskutierten aber auch mögliche Risiken für die Konjunktur durch den ungelösten US-Handelskonflikt mit China und anderen Ländern. Laut Protokoll werteten alle Teilnehmer dies als wichtige Quelle der Unsicherheit.

Powell spricht in Jackson Hole

Die US-Wirtschaft läuft aktuell auf Hochtouren, wozu auch die von Präsident Donald Trump angeschobenen Steuerreformen beitragen. Die Arbeitslosenquote lag im Juli bei 3,9 Prozent und  ist damit so niedrig wie seit fast 20 Jahren nicht mehr. Dazu kommt eine Teuerungsrate, die zuletzt nahe an der Notenbank-Zielmarke von zwei Prozent stand.

Gegenwind für den Zinserhöhungskurs kam allerdings zuletzt von Trump selbst. Er hatte am Montag in einem Interview die straffere Geldpolitik des von ihm selbst nominierten Fed-Präsidenten Jerome Powell ungewöhnlich offen attackiert. "Ich bin nicht davon begeistert, dass er die Zinsen erhöht", sagte er. Die Dollar-Wächter ziehen bereits seit Ende 2015 die Zinszügel in kleinen Schritten an, um die US-Konjunktur vor einer Überhitzung zu bewahren.

Weiteren Aufschluss über die nächsten Schritte erhoffen sich Investoren von Powells Auftritt auf dem Notenbanktreffen in Jackson Hole in Wyoming in dieser Woche. Für Freitag ist dort eine Rede von ihm anberaumt.

Quelle: n-tv.de, mbo/rts

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