Wirtschaft

Beispiellose Reaktion auf Krise Fed tastet Nullzinspolitik bis 2022 nicht an

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Das aktuelle Eingreifen stellt die Reaktion der Fed auf die Finanzkrise in den Schatten.

(Foto: REUTERS)

Die Pandemie stellt die US-Wirtschaft vor nie dagewesene Herausforderungen. Erst im kommenden Jahr rechnen die Experten der Notenbank Fed mit einem Ende der Rezession. An ihren jetzigen Maßnahmen halten die Währungshüter daher fest. Ein Trump-Berater sieht dagegen einen Wendepunkt gekommen.

Angesichts der tiefen Rezession in den USA hält die Notenbank Fed den Leitzins nahe null und signalisiert auf Jahre hinaus eine lockere geldpolitische Linie. Die Währungshüter beließen den geldpolitischen Schlüsselsatz in der Spanne von null bis 0,25 Prozent. Sie gaben zudem zu erkennen, dass sie mehrheitlich auch für die beiden kommenden Jahre keine Erhöhung ins Auge fassen.

Volkswirte hatten einhellig mit dieser Entscheidung gerechnet. Bereits auf ihrer Sitzung Ende April hatte die Notenbank den Leitzins nicht verändert. Die Fed hat ihn seit dem Übergreifen der Corona-Krise auf die USA im März in zwei großen Schritten auf fast null Prozent gesenkt. Anfang März hatte der Leitzins noch zwischen 1,50 und 1,75 Prozent gelegen.

Die bisherige Reaktion der Fed auf die Corona-Krise ist beispiellos und stellt selbst ihr Eingreifen in der Finanzkrise in den Schatten. Neben Zinssenkungen wurden Wertpapierkäufe in bisher ungekanntem Ausmaß getätigt und zahlreiche Kreditprogramme zur Stützung der Wirtschaft aufgelegt. Die Notenbank konkretisierte jetzt das Ausmaß ihrer Wertpapierkäufe zur Belebung der Wirtschaft. Die Fed von New York, die für die Abwicklung der Käufe zuständig ist, teilte mit, etwa 80 Milliarden US-Dollar je Monat in amerikanische Staatsanleihen zu investieren. Rund 40 Milliarden Dollar je Monat sollen in hypothekenbesicherte Wertpapiere (MBS) fließen.

Hintergrund sind trübe Konjunkturaussichten: Die Währungshüter erwarten im Mittel, dass das US-Bruttoinlandsprodukt 2020 um 6,5 Prozent einbrechen wird, bevor es 2021 mit plus 5,0 Prozent zu einer Konjunkturerholung kommt. Die Arbeitslosenquote dürfte in diesem Jahr 9,3 Prozent betragen und 2021 auf 6,5 Prozent sinken. Die Inflation wird den Prognosen zufolge bis 2022 unter dem Ziel der Fed von 2 Prozent liegen. Wegen der hohen Unsicherheit nach Ausbruch der Corona-Pandemie hatte die Fed zuletzt auf Wirtschaftsprognosen verzichtet.

Einem Berater von Präsident Donald Trump zufolge hat die US-Konjunktur indes offenbar einen Wendepunkt erreicht. "Der Aktienmarkt kündigt einen Aufschwung der Wirtschaft an", sagte Wirtschaftsberater Larry Kudlow dem Sender CNBC. Er verwies auf die jüngsten Kursgewinne an der Wall Street und sprach von Wirtschaftsindikatoren, die ebenfalls eine bevorstehende Erholung andeuteten.

Quelle: ntv.de, fzö/rts/dpa

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