Wirtschaft

Talsohle erreicht? Fed weckt Konjunktur-Hoffnungen

132362400.jpg

US-Notenbankchef Powell wehrt sich bislang erfolgreich gegen Nullzins-Forderungen aus dem Weißen Haus.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Coronavirus-Pandemie hat die USA weiterhin fest im Griff: Mehr als 100.000 Menschen sind bislang an Covid-19 gestorben, Millionen Amerikaner arbeitslos. Doch nun liefert das "Beige Book", der Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed, erste positive Signale.

In den USA ist die Wirtschaft in den vergangenen Wochen nach Angaben der Notenbank Federal Reserve (Fed) massiv eingebrochen. Allerdings erwarteten viele Firmen, dass das Schlimmste der Coronavirus-Krise hinter ihnen liege, geht aus dem Fed-Konjunkturbericht "Beige Book" hervor. In allen Distrikten der Notenbank sei die Arbeitslosigkeit angestiegen. Der Konsum sei angesichts geschlossener Geschäfte gefallen. Von den gesunkenen Ausgaben der Verbraucher seien besonders die Freizeitindustrie und das Gastgewerbe betroffen.

Viele der Befragten hätten die Hoffnung geäußert, dass die Aktivitäten angesichts der Wiedereröffnung von Geschäften wieder zunehmen würden, hieß es in dem Bericht. Allerdings werde der Ausblick als sehr unsicher eingeschätzt. Die meisten Befragten seien pessimistisch, was das Tempo der Erholung angehe.

Möglicher Tiefpunkt im April bereits?

Der Wirtschaftseinbruch habe möglicherweise im vergangenen Monat seinen Tiefpunkt erreicht, erklärte der Präsident der Notenbank in St. Louis, James Bullard. Restaurants, Hotels und Firmen, in denen es zu vielen Kontakten unter Menschen komme, seien nach wie vor hart von der Pandemie getroffen. Aber es komme auch zu Wiedereröffnungen. "Wir stehen am Anfang", sagte Bullard.

*Datenschutz

Die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell haben bereits billionenschwere geldpolitische Stützungsprogramme aufgelegt. Damit wollen sie in der Krise den Kreditfluss an die Wirtschaft stützen und Finanzierungsengpässe bei Firmen und Haushalten verhindern. Ihren Leitzins hat die Fed mittlerweile auf die Spanne von null bis 0,25 Prozent gesenkt.

Die weltgrößte Volkswirtschaft steuert wegen der Corona-Krise mit rasanter Geschwindigkeit auf eine schwere Rezession zu. Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht inzwischen davon aus, dass die US-Wirtschaft in diesem Jahr um 5,9 Prozent schrumpfen wird. Die Arbeitslosigkeit stieg zuletzt auf den höchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg. Allein im April gingen 20,5 Millionen Jobs verloren. Die US-Regierung geht sogar davon aus, dass rund 7,5 Millionen Arbeitslose gar nicht in der Statistik auftauchen.

Quelle: ntv.de, bad(rts