Wirtschaft

Schuldenerlass gegen Reform Frankreichs Staatsbahn verdoppelt Gewinn

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Ein höheres Fahrgastaufkommen durch neue Schnellstrecken und der Erfolg der Billigsparte Ouigo bescheren Frankreichs Staatsbahn satte Gewinne.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die französische Staatsbahn SNCF erwirtschaftet im vergangenen Jahr über eine Milliarde Euro. Allerding schiebt die Netzsparte des Unternehmens auch einen großen Schuldenberg vor sich her. Den könnte allerdings der Staat übernehmen - eventuell.

Mitten im Streit um eine geplante Bahn-Reform in Frankreich hat der staatseigene Betreiber SNCF einen Gewinnsprung verkündet. Das Unternehmen konnte seinen Gewinn im vergangenen Jahr auf gut 1,3 Milliarden Euro mehr als verdoppeln, wie es mitteilte. 2016 hatte das Plus 567 Millionen Euro betragen. Allerdings hob die SNCF hervor, dass die Situation ihrer Netzsparte mit einem Schuldenberg von 46,6 Milliarden Euro nach wie vor strukturell im Ungleichgewicht sei.

Wirtschaftsminister Bruno Le Maire sagte, der Staat wolle diese Verpflichtungen grundsätzlich übernehmen. Voraussetzung ist nach Le Maires Worten aber die umfassende Reform der Staatsbahn, deren Grundzüge die Regierung am Montag vorgestellt hatte. Kern ist die Abschaffung des beamtenähnlichen Status der Bahnbeschäftigten. Er sieht unter anderem ein Rentenregime vor, unter dem Lokführer im Schnitt mit 54 Jahren in Ruhestand gehen. Damit ging die französische Regierung auf Konfliktkurs mit den Eisenbahner-Gewerkschaften, die bereits Streiks angedroht haben.

Die Gewerkschaften kündigten an, am 15. März über einen möglichen Arbeitskampf zu entscheiden - abhängig davon, wie bis dahin Gespräche mit der Regierung laufen. Die SNCF konnte im vergangenen Jahr sowohl im Regional- als auch im Fernverkehr zulegen, insgesamt steigerte das Bahnunternehmen seinen Umsatz um 4,2 Prozent auf 33,5 Milliarden Euro.

Wirtschaftsminister Bruno Le Maire bestätigte im Sender France 2, dass der Staat nach erfolgreichem Umbau der SNCF über eine Übernahme von Schulden des Unternehmen nachdenken könne. Er sagte aber nicht, welchen Anteil des Schuldenbergs auf den Staat übertragen werden könnte.

Quelle: n-tv.de, jki/dpa/AFP

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