Wirtschaft

Männer dominieren Aufsichtsräte Frauen fehlen auch in Familienunternehmen

Nur in 10 Prozent der Familienbetriebe sitzen drei Frauen im Vorstand.

Nur in 10 Prozent der Familienbetriebe sitzen drei Frauen im Vorstand.

(Foto: picture alliance/dpa)

90 Prozent der deutschen aktiven Unternehmenslandschaft bestehen laut einer Studie aus Familienunternehmen. Was diesen Firmen fehlt, sind Frauen in den Aufsichtsräten: In weniger als der Hälfte der Firmen gibt es überhaupt eine einzige weibliche Person in dem Kontrollgremium.

In vier von zehn deutschen Familienunternehmen ist im Aufsichtsrat keine einzige Frau vertreten. Die Personalberatung Russell Reynolds Associates untersuchte die Lage in 100 Familienunternehmen, die demnach nach Sektoren und Größe repräsentativ für die deutsche Firmenlandschaft sind, und veröffentlichte ihre Ergebnisse. In 29 Prozent der Firmen gibt es demnach eine Frau im Aufsichtsrat, in 21 Prozent zwei Frauen und in 10 Prozent drei Frauen.

Durchschnittlich beträgt der Frauenanteil demnach 18 Prozent. Auch bei der Leitung des Aufsichtsrates sieht es wenig weiblich aus - nur acht der untersuchten Unternehmen setzten eine Frau an die Spitze des Aufsichtsrats, die meisten davon gehören der Gründerfamilie an. In Dax-Unternehmen gibt es 33 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten. Für sie gilt allerdings seit 2016 eine gesetzliche Frauenquote von 30 Prozent.

Armutszeugnis bei Digitalisierung

Die Familienunternehmen in Deutschland machen der Studie zufolge einen Anteil von 90 Prozent an allen aktiven Unternehmen aus. Sie stehen zudem für 58 Prozent der gesamten Beschäftigung und steuern 52 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Familienfirmen seien das "Rückgrat der deutschen Wirtschaft", betonte Russell Reynolds Associates.

Die Berater fanden im Vergleich vor allem zu Dax-Konzernen eine größere Kontinuität in den Familienunternehmen vor: Laut der Studie sind Vorstandsvorsitzende beziehungsweise Geschäftsführer und Geschäftsführerinnen im Schnitt dreimal so lang im Amt wie im Dax.

Die Berater beklagten jedoch ein "Hinterherhinken" der deutschen Familienunternehmen beim Thema Digitalisierung im Vergleich zu den Dax-Firmen. Demnach haben nur 10 Prozent der Firmen im Familienbesitz eine ausgewiesene Digitalisierungsexpertin oder einen Digitalexperten im Aufsichtsrat sitzen. Im Dax sind es über 80 Prozent.

Quelle: ntv.de, jru/AFP

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