Wirtschaft

Prognose bestätigt Fresenius muss Helios-Kliniken noch behandeln

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(Foto: imago images / Karina Hessland)

Der Gesundheitskonzern Fresenius profitiert von starken Geschäften der Tochter FMC. Vor allem das Geschäft mit Dialyseverfahren im Heimbereich läuft gut. Dagegen ist die Krankenhaus-Tochter Helios weiter ein Sorgenfall.

Die Krankenhaustochter Helios bleibt ein Patient im Medizinkonzern Fresenius. Deutschlands größter Betreiber von Privatkliniken richtet das Geschäft auf den Trend zu ambulanten Behandlungen aus, rüstet sich für neue Vorschriften und stellt im großen Stil Pfleger ein, was die Kosten treibt. Für Rückenwind sorgte einmal mehr die Übernahme der spanischen Klinikkette Quirónsalud. In Spanien lief das Sommer-Geschäft aber unverhofft so gut, dass dort kurzfristig mehr Leiharbeiter zum Einsatz kamen. Dennoch verbuchte Helios mit 113 Millionen Euro einen um zwölf Prozent geringeren Überschuss.

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Die Konzernmutter Fresenius verbucht dagegen dank guter Geschäfte mit Nierenpatienten ein solides drittes Quartal und bestätigte die angehobenen Jahresziele. Die Einnahmen legten binnen Jahresfrist bereinigt um Wechselkurseffekte um sechs Prozent auf 8,9 Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen mitteilte. Unterm Strich blieb der währungsbereinigte Gewinn mit 453 Millionen Euro unverändert - höher als von Analysten erwartet.

"Unsere angekündigten Investitionen laufen planmäßig", erklärte Fresenius-Chef Stephan Sturm. Diese drückten aber im laufenden Jahr auf den Gewinn. Sturm hatte 2018 zwei Mal die Geschäftsziele korrigieren und die geplante Übernahme des US-Konzerns Akorn absagen müssen. An der Börse waren die Aktien des Dax-Konzerns daraufhin eingebrochen. 2019 hatte Sturm mit Investitionen von 2,5 Milliarden Euro zum Übergangsjahr erklärt. So baut Fresenius das Dialysegeschäft etwa in China aus und stellt mehr Pfleger in Kliniken ein. 

Für das Gesamtjahr hält das Management nun an seinen jüngst erhöhten Zielen fest. So soll der Umsatz weiter währungsbereinigt um vier bis sieben  Prozent wachsen. Beim Gewinn erwartet Fresenius nach wie vor eine Stagnation. An der Börse kamen die Quartalszahlen gut an. Die zuletzt gebeutelten Fresenius-Aktien legten zu.

Bei der Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) lief das dritte Quartal deutlich besser als von Experten erwartet - auch wegen starker Geschäfte mit Heimdialyse. In dem Bereich hatte der Konzern den US-Anbieter NxStage übernommen, der Nierenpatienten eine komfortablere Blutwäsche zu Hause ermöglicht. Dies gilt als Wachstumsmarkt: Zuletzt hatten sich Hinweise auf einen Reformplan aus Washington verdichtet, der eine günstigere Versorgung nierenkranker Patienten durch mehr Heimdialyse vorsieht. Der Umsatz bei FMC legte währungsbereinigt um fünf Prozent auf knapp 4,4 Milliarden Euro zu. Der Gewinn belief sich auf 363 Millionen Euro, ein Plus von zwei Prozent. Im Geschäft mit Flüssigmedizin wie Infusionen und Nachahmerarznei kletterten die Erlöse dank guter Geschäfte in Schwellenländern um fünf Prozent auf rund 1,8 Milliarden Euro. Der Gewinn stagnierte jedoch.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa