Wirtschaft

Einstieg ins Beauty-Geschäft Früher Herbst beglückt Zalando

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Das Wetter hat Zalando geholfen - ob der Angler auch Kunde ist, wissen wir nicht.

(Foto: picture alliance / Sina Schuldt/)

Angesichts des eher trüben Sommers haben Verbraucher früher als sonst Herbstkleidung auf dem Einkaufszettel. Davon profitiert Zalando. Allerdings drücken hohe Investitionen aufs Ergebnis. Derweil will das Unternehmen künftig noch hübscher machen.

Europas größter Online-Modehändler Zalando hat in den Sommermonaten deutlich mehr eingenommen - dank des regnerischen und stürmischen Wetters. Die Erlöse kletterten zwischen Juli und Ende September zwischen 27,5 und 29,5 Prozent auf 1,06 bis 1,08 Milliarden Euro, wie das Berliner Unternehmen mitteilte. Analysten hatten mit einem Plus von rund 26,5 Prozent gerechnet.

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"Wir setzen unsere Wachstumsstrategie mit Hochdruck um und gewinnen dabei weiter Marktanteile", sagte Co-Vorstandschef Rubin Ritter. "Das dritte Quartal unterstreicht einmal mehr, dass wir unseren Expansionskurs mit Investitionen in unsere Technologie- und Logistikinfrastruktur, das Kundenerlebnis und unsere Markenpartner wesentlich vorantreiben."

Das operative Ergebnis (Ebit) pendelte offenbar um die Gewinnschwelle und habe zwischen minus fünf und plus fünf Millionen Euro gelegen. Höhere Marketingausgaben und Investitionen drückten es im Vergleich zum Vorjahresquartal aber um bis zu 75 Prozent. Details will das Unternehmen am 7. November nennen.

Wie der stationäre Textileinzelhandel profitierte Zalando von der zuletzt herbstlichen Witterung. Im September war die Winterkleidung bereits ausgeliefert und gefragt. Im vergangenen Jahr hatte warmes Wetter mit sommerlichen Temperaturen im Frühherbst den Umsatz mit Herbstkleidung belastet. Zalando hatte daraufhin sein Marketing-Budget für die Herbstkleidung reduziert, wovon wiederum das Ebit und die Ebit-Marge im Vorjahresquartal profitierten.

Milliardenmarkt Schönheit

Zugleich teilte Zalando, in den milliardenschweren Markt für Schönheitsprodukte einzusteigen. Ab Frühjahr 2018 sollen beispielsweise Kosmetik, Hautpflege oder Parfüm angeboten werden. "Das ist für uns der nächste logische Schritt und spiegelt die Wünsche unserer Kunden wider", sagte Ritter. Die Produkte, die sowohl von großen Marken als auch von Nischen-Anbietern kommen sollen, sind zunächst in Deutschland erhältlich.

Nach erfolgreicher Anlaufphase sollen weitere Länder hinzukommen. "Wir streben einen ähnlichen Marktanteil an wie im Modebereich", sagte Ritter zu Reuters. Er schätzt den europäischen Markt für Beauty-Produkte auf 80 Milliarden Euro jährlich. Wie viel sich Zalando den Einstieg in das Beauty-Geschäft kosten lässt, ließ er offen.

Das 2008 gegründete Unternehmen verkauft online fast 2000 Marken in 15 europäischen Ländern. Zalando zählt mehr als 21 Millionen aktive Kunden.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts/DJ

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