Wirtschaft

Gewinneinbruch um 88 Prozent GM präsentiert blutrote Zahlen

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GM hat bereits seinen Sparkurs verschärft und andere Maßnahmen ergriffen, um die Kassen zu schonen.

(Foto: picture alliance / Uli Deck/dpa)

Der US-Autobauer GM ist alarmiert. Trotz immer schärferer Sparmaßnahmen und Milliarden-Hilfen ist kein Ende der Krise in Sicht. Das Management drängt: Die wegen der Corona-Pandemie stillgelegte Produktion in Nordamerika soll schnell wieder hochfahren. Doch selbst dann gilt keine Entwarnung.

Der Corona-bedingte Stillstand der Produktion in den USA erhöht den Druck auf General Motors. Der Reingewinn des größten US-Autobauers fiel im Auftaktquartal um 88 Prozent auf 247 Millionen Dollar oder 17 Cent je Aktie. Vor einem Jahr hatte ein Gewinn von mehr als zwei Milliarden Dollar beziehungsweise 1,48 Dollar je Aktie zu Buche gestanden.

General Motors (GM)
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Das Management dringt daher darauf, die Bänder in Nordamerika mit umfangreichen Maßnahmen für den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter möglichst bald wieder anlaufen zu lassen. Bisher sperrte sich die Gewerkschaft UAW dagegen, weil sie das wegen der grassierenden Pandemie noch für zu riskant hält. Nun erscheint ein Wiederanlaufen der Werke am 18. Mai möglich.

GM hat bereits seinen Sparkurs verschärft und andere Maßnahmen ergriffen, um die Liquidität zu schonen. Der Konzern beschaffte sich zudem 16 Milliarden Dollar an Krediten. Zum Ende des Quartals verfügte der Autobauer über liquide Mittel von 33,4 Milliarden Dollar. Die Prognose für das laufende Jahr hat General Motors - wie andere Autobauer auch - längst kassiert, weil ein Ende der Krise nicht absehbar ist.

Nachfrage erholt sich nur langsam

Inzwischen zeichnet sich eine leichte Erholung ab, weil die Autoindustrie in China im März wieder angelaufen ist und die monatlichen Absatzeinbußen durch die Pandemie bereits geringer werden. Nachdem die Verkäufe in China im ersten Quartal noch um 43 Prozent gesunken waren, legten sie im April wieder zweistellig zu. Auch VW berichtete davon, dass die Nachfrage auf dem weltgrößten Automarkt, wo das Virus seinen Ursprung hat, inzwischen wieder steigt.

Im zweiten Quartal rechnen Experten allerdings zunächst mit höheren Belastungen als zu Jahresbeginn, da sich die Nachfrage nur langsam erholt und die Kosten in den Firmen weiter laufen. Die Nummer zwei in den USA, Ford, hat bereits angekündigt, dass sich der Verlust im Zeitraum von April bis Juni im Vergleich zum Jahresauftakt auf mehr als fünf Milliarden Dollar verdoppeln werde. Fiat Chrysler rechnet nach einem Minus von 1,8 Milliarden Dollar zu Jahresbeginn im zweiten Quartal mit einem "signifikanten" Verlust. GM's Finanzchefin Dhivya Suryadevara sagte, sie rechne damit, dass das zweite Quartal von der Pandemie "am stärksten betroffene sein wird".

Die Börse reagierte zunächst erleichtert auf die Veröffentlichung der Quartalszahlen. Denn das bereinigte Ergebnis je Aktie betrug 62 Cent, während Analysten Refinitiv-Daten zufolge im Schnitt nur mit 30 Cent gerechnet hatten. Außerdem sorgte der sich abzeichnende Termin für den Start der Produktion für Optimismus. Die Aktie von GM legte zu Handelsbeginn in den USA um sieben Prozent zu. Die Gewinne schmolzen jedoch auch schnell wieder ab. Auf den Höhenflug folgte Ernüchterung: Inzwischen notiert der Kurs mit neun Prozent im Minus.

Quelle: ntv.de, ddi/rts