Wirtschaft

Unerwartete Probleme Gea-Kurs stürzt 20 Prozent ab

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Prognose gekappt, Kursrutsch, aber die Analysten der DZ-Bank bleiben für den Anlagenbauer Gea positiv gestimmt.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Anlagenbauer Gea wartet mit durchwachsenen Quartalszahlen auf, der Ausblick fällt aber mehr als enttäuschend aus. Die Jahresziele werden gekappt - und das lässt die Anleger aufhorchen.

Mit der Senkung des Ausblicks hat Gea am Donnerstag die Anleger geschockt. Die Titel verloren binnen weniger Minuten mehr als ein Fünftel ihres Börsenwertes. Nachdem die Papiere des Anlagenbauers am Mittwoch noch 0,2 Prozent auf 47,52 Euro zugelegt hatten, notierten sie nun im Tagestief bei 37,21 Euro. Aus dem Handel gingen sie mit knapp 38 Euro. Im Nebenwerteindex MDax waren sie damit mit Abstand der größte Verlierer.

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Gea kappte die Jahresziele: Statt einen moderaten Anstieg sieht der Konzern 2016 jetzt einen moderaten Umsatzrückgang. Das operative EBITDA soll nur noch 570 Millionen Euro erreichen. Bislang hatte sich Gea 645 Millionen bis 715 Millionen Euro vorgenommen und da war noch gar nicht der inzwischen berücksichtigte Beitrag des zugekauften Unternehmens Imaforni von 10 Millionen Euro enthalten. Die operative Cash-Flow-Marge soll 2016 nun 10 statt 10 bis 11 Prozent erreichen.

Auftragseingang enttäuscht

Zuvor hatte Gea mitgeteilt, unerwartet schlecht durch das dritte Quartal gekommen zu sein. Verzögerungen bei der Vergabe größerer Aufträge im Bereich Milchverarbeitung sowie anhaltender Investitionszurückhaltung auch der Öl- und Gasindustrie ließen den Umsatz im dritten Quartal nach vorläufigen Berechnungen auf 1,1 Milliarden Euro schrumpfen. Bereinigt um Akquisitions- und Währungseinflüsse entsprach dies organisch einem Minus von 1,8 Prozent.

Der Auftragseingang gab den Angaben zufolge organisch um 0,3 Prozent nach, und das operative Ebitda fiel auf 113 Millionen von 144 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Zu dem Gewinnrückgang trugen neben der Geschäftsflaute und der geringeren Auslastung auch Kostenüberschreitungen bei einigen Großprojekten einschließlich zusätzlicher Rückstellungen für Restrisiken im Zusammenhang mit diesen Projekten bei.

DZ-Kursziel: 52 Euro

Die Belastungen könnten bis Ende des Jahres nicht mehr vollständig durch Gegenmaßnahmen, wie beispielsweise das Heben weiterer Einsparpotenziale, kompensiert werden, teilte Gea mit. Obwohl sich das restliche Geschäft wie erwartet entwickelt habe, könne es die genannten nachteiligen Auswirkungen nicht mehr kompensieren.

Die DZ Bank bekräftigte indes ihre Kaufempfehlung für Gea. Die Gewinnwarnung sei zwar scharf, aber von temporären Ereignissen ausgelöst. So verzögere sich die Ausführung von Projekten, daneben leide das Geschäft mit Molkereien unter dem Niedergang der Branche. "Dass der Konzern die Mittelfrist-Ziele bekräftigt hat, ist aber positiv", so der zuständige DZ-Analyst Thorsten Reigber. Das Kursziel liegt bei 52 Euro.

Quelle: n-tv.de, bad/DJ/rts

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