Wirtschaft

Google + Motorola, Microsoft + Nokia Schlägt Facebook bei Blackberry zu?

Blackberry steht zum Verkauf. Bisher gibt es lediglich ein offizielles Angebot, das allerdings ist mehrere Milliarden Dollar schwer. Gerüchte über mögliche weitere Interessenten sind deshalb an der Tagesordnung.

Überraschende Wende im Existenzkampf? Manager von Blackberry sind in der vergangenen Woche nach Kalifornien geflogen und haben sich dort mit Vertretern von Facebook getroffen. Das berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Sache vertrauten Personen. Thema: Ein mögliches Gebot des sozialen Netzwerks für den angeschlagenen Smartphone-Hersteller.

Unklar bleibt, ob Facebook wirklich daran interessiert ist, für Blackberry zu bieten. Sprecher beider Unternehmen lehnten einen Kommentar ab.

Im September hatte sich Blackberry vorläufig mit dem kanadischen Versicherer Fairfax Financial Holdings auf einen Plan verständigt, das Unternehmen für 4,7 Milliarden US-Dollar von der Börse zu nehmen. Die Frist zur Prüfung des Kaufs endet in der kommenden Woche. Blackberry und seine Berater bleiben jedoch für andere Interessenten offen. Diese können bis Montag ein Gebot abgeben.

Mehrere Interessenten

Tatsächlich sind einige Namen im Gespräch. Mitte Oktober hatte das "Wall Street Journal" berichtet, dass der chinesische Computerriese Lenovo an einem Gebot interessiert war. Zudem wurde eine Vertraulichkeitsvereinbarung mit dem Finanzinvestor Cerberus Capital Management geschlossen, sagen Sachkenner. Ein weiteres Gebot könnte von den Blackberry-Gründern Mike Lazaridis und Doug Fregin kommen, wie ein bei der Börsenaufsicht SEC eingereichtes Dokument belegt. Rivalen aus der Technologie-Branche hatten nach Medienberichten bisher nur Interesse an Teilen von Blackberry. Auch SAP winkte deutlich ab.

Nach Jahren sinkender Anteile auf dem Smartphone-Markt hatte Blackberry im August einen Strategiewechsel angekündigt, mit dem sich die Kanadier selbst zum Verkauf stellten. Das Unternehmen musste fast 1 Milliarde US-Dollar in nicht verkauftem Smartphone-Inventar abschreiben. Derzeit werden etwa 40 Prozent der Belegschaft abgebaut.

Facebook hatte bereits mit dem Hersteller HTC in diesem Bereich zusammengearbeitet und ein Facebook-Handy auf den Markt gebracht. Dieses floppte jedoch grandios.

Die enge Verknüpfung von Hard- und Software gewinnt liegt dennoch im Trend: Nach der Übernahme der Motorola-Handy-Sparte durch Google schluckte Microsoft das Mobiltelefon-Geschäft des Branchenpioniers Nokia. Jüngst gab es auch Gerüchte über eine Partnerschaft von Amazon und HTC.

Quelle: n-tv.de, bad/DJ/dpa/rts

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