Wirtschaft

Kosten in Milliardenhöhe "Gelbwesten" belasten Frankreichs Wirtschaft

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Zum Höhepunkt der "Gelbwesten"-Proteste im November gingen mehr als 300.000 Menschen auf die Straße.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Erhöhte Ausgaben für Sicherheit und geschlossene Läden in Paris: Die Massenproteste gegen Präsident Macron bewegen nicht nur die französische Politik, sondern auch die Wirtschaft. Die Einbußen durch die "Gelbwesten"-Bewegung sollen sich auf mehrere Milliarden Euro belaufen.

Die "Gelbwesten"-Proteste haben das französische Wachstum der Regierung zufolge merklich gedrückt. Ohne sie hätte das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2018 statt um 0,3 um 0,5 Prozent zugelegt, sagte Finanzminister Bruno Le Maire. "Das sind sehr hohe Kosten", fügte er hinzu.

Bislang war die Regierung davon ausgegangen, dass die Proteste die Wirtschaftleistung nur um 0,1 Punkte gedrückt haben, was etwa 2,5 Milliarden Euro entsprochen hätte. Die teils gewalttätigen Demonstrationen der "Gelbwesten" hatten sich an Regierungsplänen zu Benzinpreiserhöhungen entzündet. Sie wuchsen sich rasch zu Massenprotesten gegen Emmanuel Macron aus, dem seine Gegner vorwerfen, ein Präsident der Reichen zu sein.

Besonders im Pariser Zentrum machten viele Läden in der umsatzträchtigen Vorweihnachtszeit zeitweise dicht. Die französische Wirtschaft schlug sich dennoch besser als die deutsche, wozu steigende Exporte und höhere Staatsausgaben beitrugen. Deutschland schaffte im vierten Quartal nur eine Stagnation, nachdem es im dritten Quartal sogar ein Minus von 0,2 Prozent gegeben hatte. Die französische Wirtschaft dürfte der Notenbank zufolge im laufenden ersten Quartal etwas an Schwung gewinnen. Das BIP werde von Januar bis März um 0,4 Prozent wachsen, sagte sie voraus.

Im Gesamtjahr 2018 erreichte die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone ein Wachstum von 1,5 Prozent. Dazu trugen insbesondere steigende Exporte und höhere Unternehmensinvestitionen bei. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt Frankreich für dieses Jahr ein Plus von 1,6 Prozent voraus.

Bei den seit Wochen anhaltenden Protesten der "Gelbwesten" kamen zuletzt immer weniger Demonstranten zusammen. Am vergangenen Samstag waren nach Angaben des Innenministeriums rund 11.600 Menschen auf der Straße. Zum Höhepunkt der Proteste im November waren es noch mehr als 300.000 gewesen.

Quelle: n-tv.de, mba/rts