Wirtschaft

Chef zeigt sich ermutigt General Electric verdient wieder Geld

imago86541872h.jpg

GE baut unter anderem Flugzeug-Turbinen.

(Foto: imago/VCG)

Die einstige US-Industrie-Ikone General Electric schließt ein Geschäftsjahr zum Vergessen ab. Zwar bietet das Abschlussquartal etwas Hoffnung. Doch nach zwölf Monaten steht unter dem Strich ein zweistelliges Milliardenminus. Die Dividende ist auf eine symbolische Zahlung zusammengestrichen.

Die kriselnde US-Industrie-Ikone General Electric hat es in die schwarzen Zahlen zurückgeschafft. Im vierten Quartal wurde ein Überschuss von 574 Millionen Dollar (500 Millionen Euro) erzielt, wie der Siemens-Rivale in Boston mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte der Großkonzern noch einen Verlust von rund elf Milliarden Dollar geschrieben. Der Umsatz kletterte um fünf Prozent auf 33,3 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie brach aber um 60 Prozent auf 17 Cent ein. Das war deutlich weniger als von Analysten mit 22 Cent in Aussicht gestellt.

General Electric
General Electric 10,97

Die Probleme in der schwächelnden Kraftwerksparte halten jedoch an, hier fielen die Erlöse um ein Viertel. Eine riesige Abschreibung in dem Geschäftsbereich hatte GE im Vorquartal ein enormes Minus von 22,8 Milliarden Dollar eingebrockt. Anders als bei Siemens, wo die Auftragseingänge im Kraftwerksgeschäft wieder zulegten, verbuchte GE bei den Orders nochmals einen Rückgang um 19 Prozent im Quartal.

Das US-Traditionsunternehmen steckt tief in der Krise und hatte erst Anfang Oktober zum zweiten Mal innerhalb von nur 14 Monaten seine Führung ausgetauscht. Insbesondere muss das Unternehmen den riesigen Schuldenberg abbauen und hat dazu schon die Dividende zusammengestrichen. Diese liegt jetzt nur noch bei einem symbolischen Cent. Einer der Höhepunkte der Krise war, als der einstige Industriegigant Mitte des Jahres aus dem Dow-Jones-Index gekegelt wurde. Dem Barometer hatte das Unternehmen, dessen Wurzeln auf den Erfinder Thomas Edison zurückgehen, seit 1907 ununterbrochen angehört.

Ermittlungen der Justiz eingestellt

"Ich bin ermutigt von den Veränderungen, die wir vornehmen, um GE stärker zu machen", sagte Vorstandschef Larry Culp nun. Er will den Konzern mit einem Sanierungsprogramm wieder auf Kurs bringen. Einen Erfolg konnte Culp bereits verbuchen: Ermittlungen des US-Justizministeriums wegen dubioser Buchhaltung wurden dank eines 1,5 Milliarden Dollar schweren Bußgelds eingestellt. 

Das kam bei Anlegern gut an. Insgesamt dürfte das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 Investoren jedoch noch länger im Gedächtnis bleiben. Unterm Strich mussten die Aktionäre in den zwölf Monaten einen Verlust von knapp 23 Milliarden Dollar schultern, während die Erlöse um drei Prozent auf 121,6 Milliarden Dollar zunahmen.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa/rts