Wirtschaft

Neue Vorwürfe gegen Ex-Manager Ghosn wieder in Untersuchungshaft

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Ex-Manager Ghosn in Tokio.

(Foto: imago images / Kyodo News)

Erst am Vortag kündigt Carlos Ghosn, ehemaliger Chef von Renault und Nissan, eine Pressekonferenz an, in der er seine Unschuld beweisen will. Doch daraus wird wohl nichts. Denn die Staatsanwaltschaft in Tokio hat den Ex-Automanager erneut verhaften lassen.

Der frühere Chef von Renault und Nissan, Carlos Ghosn, ist in Japan erneut festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft nahm den vor nicht einmal einen Monat auf Kaution freigelassenen Automanager am frühen Morgen in Untersuchungshaft. Diesmal wirft sie ihm Missbrauch von Geldern des japanischen Autokonzerns Nissan zugunsten eines Vertriebspartners im arabischen Oman vor.

Ghosns Anwalt nannte den Haftbefehl "extrem unangemessen". Es sei vollkommen unverständlich, warum Ghosn jetzt erneut festgenommen werden müsse, sagte sein Anwalt Junichiro Hironaka. Das Vorgehen der Staatsanwaltschaft verglich er mit einer "Geiselnahme".

Ghosn, der Architekt des Autobündnisses mit Nissan, war in Japan am 19. November wegen angeblichen Verstoßes gegen Börsenauflagen in Tokio festgenommen worden. Zudem soll er private Investitionsverluste auf Nissan übertragen haben. Er wurde angeklagt und erst nach wochenlanger Untersuchungshaft kürzlich gegen Kaution entlassen.

Vertriebspartner soll Geld von Ghosn erhalten haben

Diesmal wirft ihm die japanische Staatsanwaltschaft einen weiteren Vertrauensbruch vor. Er habe Nissan Verluste von 563 Millionen Yen, umgerechnet rund 4,5 Millionen Euro, verursacht. Die neuen Vorwürfe der Staatsanwaltschaft sollen im Zusammenhang mit der Verwendung eines Teils der Gelder an einen Vertriebspartner in Oman stehen. Dieser soll seit 2012 insgesamt 3,5 Milliarden Yen aus einer sogenannten Chef-Reserve von Nissan erhalten.

Bei dieser Reserve handelt es sich Berichten zufolge um einen Fonds, über den Ghosn zur fraglichen Zeit nach eigenem Belieben verfügen konnte. Einige der Gelder sollen demnach über die von einem Vertreter des Vertriebspartners betriebene Investitionsfirma Good Faith Investments an eine von Ghosns Frau vertretene Firma geflossen sein. Laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo könnte das Geld unter anderem für den Kauf einer Jacht für Ghosns Familie ausgegeben worden sein.

Auch Renault greift seinen früheren Konzernchef mit neuen Vorwürfen an. Auch dabei gehe es um Zahlungen an einen Vertriebspartner des Autoherstellers in der Region des Mittleren Ostens, wie Renault erst am Vortag mitteilte. Die Informationen seien bereits an die französische Justiz weitergegeben worden. Der Verwaltungsrat sprach in allgemeiner Form von "anfechtbaren und versteckten Praktiken".

Ghosn kündigte Pressekonferenz an

Zweifelhafte Zahlungen soll es zudem bei der gemeinsamen Tochtergesellschaft RNBV mit dem Allianzpartner Nissan gegeben haben. Zweifelhafte Zahlungen könnten zusammen mehrere Millionen Euro erreicht haben. Die Überprüfungen dazu seien aber noch nicht endgültig abgeschlossen. Der Hersteller behielt sich vor, die Justiz einzuschalten, falls seine Interessen verletzt worden seien.

Der 65-Jährige Ghosn hatte noch am Vortag eine Pressekonferenz für den 11. April angekündigt. "Ich bereite mich darauf vor, die Wahrheit darüber zu sagen, was passiert", schrieb er auf Twitter. Diesen Termin dürfte er nach dem erneuten Haftbefehl nun wohl nicht einhalten können.

Quelle: n-tv.de, lou/dpa/jpe

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