Wirtschaft

Weniger Angebot, höhere Preise Glencore steigert mit Zink-Coup seinen Wert

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Zink-Verarbeitung in San Juan de Nieva, Spanien.

(Foto: Glencore)

Arg unter die Räder gekommen ist zuletzt die Aktie des Schweizer Rohstoffgigant Glencore. Nun verschafft sich der Konzern durch einen geschickten Schachzug etwas Luft: Die Förderung des Rohstoffs Zink wird deutlich reduziert. Die Anleger sind angetan.

Der wegen seines Schuldenbergs unter Druck stehende Schweizer Rohstoffgigant Glencore will im Zuge des Rohstoffpreisverfalls seine jährliche Zinkproduktion weltweit um etwa ein Drittel kürzen. 500.000 Tonnen pro Jahr weniger sollen gefördert werden. Die eingeschränkte Zinkgewinnung soll unter anderem durch die Schließung der Bergbauwerke Australien und Peru erreicht werden.

Die Reduktion um eine halbe Million Tonnen hat beträchtliche Auswirkungen auf das weltweite Angebot. Der globale Zinkmarkt wurde zuletzt auf etwa 14,5 Millionen Tonnen pro Jahr geschätzt.

Glencore ist nach eigenen Aussagen jedoch der Meinung, dass die derzeitigen Preise nicht dem Wert des knappen Rohstoffes entsprechen und begründete damit den Schritt. Zuletzt lag der Preis rund ein Drittel unter seinem Niveau vom Jahresbeginn. Die Märkte sind insbesondere nervös angesichts des sich verlangsamenden Wirtschaftswachstums in China. Das Reich der Mitte ist der größte Abnehmer von Zink. Das Land vereint fast die Hälfte der Nachfrage weltweit auf sich.

Glencore-Aktie kann um rund sieben Prozent zulegen

Die Rechnung des Konzerns geht auf: Die Kürzung der Fördermengen hat Zink auch zum größten Kurssprung seit vier Jahren verholfen Das Metall, das unter anderem in der Automobilindustrie zum Korrosionsschutz benötigt wird, verteuerte sich um mehr als acht Prozent auf 1819 Dollar je Tonne. Das zahlt sich auch für Glencore aus: Der Wert des Unternehmens steigt fast im Gleichschritt mit dem Zinkpreis in die Höhe und die Glencore-Aktie verteuert sich an der Londoner Börse um fast sieben Prozent auf 1,29 britische Pfund.

Zuletzt war die Aktie des Rohstoffkonzerns mächtig unter Druck geraten und hatte dieses Jahr bereits 60 Prozent abgegeben. Grund ist die Sorge der Investoren über den Schuldenberg, auf dem Glencore sitzt. Glencore hat bereits etliche Bergwerke geschlossen, darunter in Südafrika, oder stillgelegt, unter anderem in Zambia, um zu sparen. Das Kostensenkungsprogramm soll voraussichtlich Ende des ersten Halbjahrs 2017 abgeschlossen sein.

Glencore, dessen Zinkgeschäft sich von Australien über Kasachstan und Südamerika erstreckt, erklärte, die Produktion in George Fisher und McArthur River in Australien sowie an etlichen Standorten in Kasachstan werde heruntergefahren. 535 Stellen könnten im Zuge der Kürzungen in Australien wegfallen. "Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen", sagte das Unternehmen. Einer mit der Angelegenheit vertrauten Person zufolge könnten weltweit bis zu 1600 Stellen eingespart werden.

Quelle: ntv.de, kst/DJ

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