Fusionen und ÜbernahmenGoldman Sachs und Morgan Stanley verdienen prächtig

Die Euphorie über KI ist groß, die Fed senkt die Zinsen und die Auflagen werden lockerer - Unternehmen kaufen wieder verstärkt zu. Das sind gute Zeiten für die großen Bankhäuser. In den USA melden nun zwei Branchenriesen volle Kassen.
Die US-Großbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley haben zum Jahresende von einem Boom bei Fusionen und Übernahmen profitiert. Beide Geldhäuser steigerten im vierten Quartal dank sprudelnder Einnahmen im Investmentbanking ihren Gewinn deutlich, wie sie mitteilten. Die Ergebnisse spiegeln einen branchenweiten Trend wider, der auch Konkurrenten wie Citigroup zugutekam. Goldman häufte im Gesamtjahr einen Gewinn von knapp 17,2 Milliarden Dollar an, bei Morgan Stanley waren es gut 16,9 Milliarden Dollar.
Eine Welle großer Transaktionen hatte das weltweite Volumen von Fusionen und Übernahmen (M&A) im vergangenen Jahr auf über 5,1 Billionen Dollar getrieben. Die Euphorie über Künstliche Intelligenz, Zinssenkungen der US-Notenbank Fed und ein unter US-Präsident Donald Trump gelockertes regulatorisches Umfeld ermutigten Unternehmen zu Zukäufen. Zudem erholte sich der Markt für Börsengänge.
Besonders stark fiel das Wachstum bei Morgan Stanley aus. Die Erträge im Investmentbanking schossen um 47 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar in die Höhe. Die Einnahmen aus der Beratung bei Übernahmen kletterten um 45 Prozent, die aus der Begleitung von Anleiheemissionen verdoppelten sich sogar fast. "Die Aktivitäten im Investmentbanking haben sich beschleunigt und die globalen Märkte blieben stark", sagte Vorstandschef Ted Pick. Insgesamt stieg der Gewinn der Bank im Quartal auf 4,4 Milliarden Dollar, nach 3,7 Milliarden im Vorjahr.
Auch Goldman Sachs profitierte von dem günstigen Umfeld. Die Gebühren im Investmentbanking stiegen um ein Viertel auf 2,6 Milliarden Dollar. Zudem lief es im Handel rund, wo die Erträge im Aktiengeschäft einen Rekordwert erreichten. Der den Stammaktionären zurechenbare Gewinn kletterte im Quartal auf 4,4 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Ein Sondereffekt aus dem Ausstieg aus der Kreditkarten-Partnerschaft mit Apple und die damit verbundene Auflösung von Risikovorsorge gaben dem Ergebnis zusätzlichen Schub.
Ein weiterer Lichtblick für beide Häuser war das Vermögensverwaltungsgeschäft, das als stabilere Einnahmequelle im Vergleich zum schwankungsanfälligen Investmentbanking gilt. Bei Morgan Stanley stiegen die Erträge in der Sparte um 13 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar. Goldman Sachs verbuchte in diesem Bereich ebenfalls Rekordgebühren.
Andere große US-Banken profitierten ebenfalls vom florierenden Investmentbanking und vom Handelsgeschäft. Die Bank of America hatte im Quartal einen Gewinnsprung verbucht, die Citigroup verbuchte Zuwächse im Geschäft rund um Übernahmen und Fusionen. Wie sich der deutsche Branchenprimus Deutsche Bank im vierten Quartal geschlagen hat, wird sich Ende des Monats zeigen. Das Frankfurter Geldhaus legt am 29. Januar Zahlen vor.