Wirtschaft

Milliardendiebstahl in Malaysia Goldman hält Bonus von Ex-Boss zurück

RTSERFZ.jpg

Mehrere Top-Manager von Goldman Sachs sollen in den 1MDB-Skandal verwickelt sein.

(Foto: REUTERS)

Zwei frühere Goldman-Sachs-Manager sollen fast drei Milliarden Dollar aus dem malaysischen Staatsfonds 1MDB gestohlen haben. Ob die Führungsspitze der Bank davon wusste, wird derzeit untersucht. Mehrere Bonuszahlungen bleiben eingefroren.

Der Finanzskandal um einen korrupten malaysischen Investmentfonds könnte den früheren CEO von Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, persönlich Millionen kosten. Das Board der Bank, die Führungsspitze, will bestimmte Boni, die Blankfein und zwei anderen früheren Topmanagern für die vergangenen Jahre zustehen, zunächst nicht auszahlen. Vorher soll geklärt werden, inwieweit die Bank in den 1MDB-Skandal verstrickt ist. Wie Goldman weiter mitteilte, könnte sich die Bank auch Teile der 23 Millionen US-Dollar, die sie dem neuen Vorstandschef David Solomon 2018 gezahlt hat, zurückholen.

Goldman Sachs
Goldman Sachs 198,20

Dass die Bank daran denkt, Bonuszahlungen einzubehalten, ist das bisher deutlichste Anzeichen dafür, dass Goldman Sachs sich auf schwere Konsequenzen aus dem 1MDB-Skandal vorbereitet. Im Raum stehen eine hohe Geldstrafe und ein enormer Reputationsschaden. Die Verantwortlichen des Geldhauses hätten der Bankenaufsicht in den vergangenen Monaten ihre Sicht der Dinge geschildert, in der Hoffnung, eine strafrechtliche Verfolgung zu vermeiden, sagen mit den Vorgängen vertraute Personen.

1MDB war ein malaysischer Staatsfonds. Im Namen der malaysischen Regierungen hatte Goldman dafür 6,5 Milliarden Dollar bei Investoren eingesammelt. Ermittler vermuten, dass ein malaysischer Finanzier und zwei ehemalige Goldman-Manager 2,7 Milliarden der Summe gestohlen haben. Einer dieser Banker, der Deutsche Tim Leissner, hat sich schuldig bekannt, rund 200 Millionen Dollar entwendet und Bestechungsgelder an Regierungsvertreter in Malaysia und Abu Dhabi arrangiert zu haben. Die neue malaysische Regierung fordert in dem Skandal Berichten zufolge eine Entschädigung von 7,5 Milliarden Dollar.

Bonus von 2011

Die Anklage der US-amerikanischen Bundesbehörden in dem Fall hat die Abschiedstour von Blankfein bei Goldman Sachs überschattet und den Beginn der Amtszeit von Solomon. Er hatte am 1. Oktober den Vorstandsvorsitz übernommen.

Blankfein hatte 2018 rund 20,5 Millionen Dollar von Goldman Sachs erhalten. Ein Jahr vorher waren es 24 Millionen Dollar. Diese Summe darf der frühere Bankenboss behalten. Der Bonus, den Goldman einbehalten könnte, stammt aus dem Jahr 2011 und hätte eigentlich im Januar ausgezahlt werden sollen. Goldman hält dieses Geld, ursprünglich 7 Millionen Dollar, nun temporär zurück. Die Höhe des Bonus war an die Leistung von Goldman in den vergangenen acht Jahren gekoppelt. Laut dem "Wall Street Journal" hat sich der Wert in der Zwischenzeit aufgrund hervorragender Geschäfte verdoppelt.

Quelle: n-tv.de, chr/DJ

Mehr zum Thema