Wirtschaft

Dank Corona-Krise und Minizinsen Goldpreis auf höchstem Stand seit Jahren

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Gold gilt als Krisenwährung. Der Preis war vor einigen Wochen allerdings auch deutlich eingebrochen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Zuge der Corona-Krise bricht der Preis für Gold zunächst wie die meisten Geldanlagen deutlich ein. Doch inzwischen hat sich das Edelmetall erholt und langjährige Höchststände erklommen. Experten halten auch ein neues Allzeithoch für möglich.

Der Goldpreis steigt und steigt. Nach den Gewinnen der Vorwoche legt der Preis des Edelmetalls auch nach Ostern weiter zu. Am Nachmittag klettert er erstmals seit Anfang März über 1700 Dollar je Feinunze und erreicht bei 1713,29 Dollar ein neues Jahreshoch. Das ist zugleich der höchste Stand seit über sieben Jahren.

Das Interesse an Gold wird vor allem durch die Lockerungsmaßnahmen der Notenbanken weltweit und die Geldschwemme durch staatliche Hilfsmaßnahmen im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie wachgehalten. Die dadurch niedrig gehaltenen Zinsen sowie mögliche inflationäre Tendenzen stützen Gold ebenso wie die generelle Unsicherheit im Zusammenhang mit der Pandemie.

Gold, Feinunze
Gold, Feinunze 1.909,18

Die sich verdüsternden Wirtschaftsaussichten weltweit legten nahe, dass sich immer größere Wellen staatlicher Hilfsprogramme aus China, Indien, Europa und den USA hochschaukeln werden, urteilen die Analysten von Zaner Metals. Zuletzt hatte die US-Notenbank am Donnerstag ein neues Kredithilfsprogramm für Unternehmen im Volumen von 2,3 Billionen Dollar aufgelegt.

Einige Bullen rechnen nun mit neuen Allzeithochs. Das bisherige Hoch wurde bei 1921 Dollar im September 2011 markiert. Peter Grosskopf, CEO des Vermögensverwalters Sprott, hält noch Ende diesen oder Anfang nächsten Jahres ein Niveau über 2000 Dollar für gut denkbar. "Wir haben zu viele Schulden auf allen Ebenen", so Grosskopf: "Wir haben es von der Zukunft geliehen, aber es wird nicht genügend Wirtschaftskraft geben, um es zurückzuzahlen."

Aktuell steigt die Feinunze um 1,5 Prozent auf 1712 Dollar. Seit dem Tief Mitte März hat Gold rund 18 Prozent gewonnen.

Quelle: ntv.de, mbo/DJ