Wirtschaft

Maßarbeit im Hafen Größter Frachter legt in Hamburg an

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Es wären noch Platz für 8000 weitere Container gewesen - doch dann hätte die "CSCL Globe" in der Elbe aufgesetzt.

(Foto: dpa)

Das sieht auch Hamburg nicht alle Tage: 400 Meter lang und fast 60 Meter breit ist die "CSCL Globe" und damit der Riese unter den Container-Schiffen. Allerdings kann der Frachter nicht voll beladen einlaufen - dafür ist die Elbe zu flach.

Meter um Meter drehen die Schlepper das Schiff und bugsieren es dann rückwärts in das Hafenbecken. Nur langsam schiebt sich der Gigant durch das Wasser, dann ist die richtige Position endlich erreicht: Nach einem aufwendigen Manöver auf der Elbe hat das größte Containerschiff der Welt in Hamburg angelegt. Mit einem Tag Verspätung machte die "CSCL Globe" auf ihrer Jungfernfahrt im Waltershofer Hafen am Kai von Eurogate fest.

Wegen des schlechten Wetters war lange Zeit unklar gewesen, wann das Schiff eintreffen würde. Am Montag hatte die "CSCL Globe" den Hafen von Rotterdam verlassen und seine Reise in die Hansestadt angetreten. Die "CSCL Globe" ist 400 Meter lang und 58,60 Meter breit und kann 19.100 Standardcontainer (TEU) transportieren. Es ist das erste von fünf Schwesterschiffen, die von der Reederei China Shipping im Verkehr zwischen Asien und Europa eingesetzt werden sollen. Künftig soll das Schiff alle zwei Monate in die Hansestadt kommen.

Bereits am Ende dieses Monats wird die "MSC Oscar" der Reederei MSC ihre Jungfernreise antreten und damit ihren kommerziellen Betrieb aufnehmen. Sie kann 19.224 Standardcontainer transportieren und damit gut 100 mehr als die "CSCL Globe", womit sie ihr den Titel als größtes Containerschiff streitig macht. Andererseits ist die "MSC Oscar" vier Meter kürzer als die "CSCL Globe", die dann weiterhin das längste Schiff der Welt wäre.

Halb beladen - mit 11.000 Containern

Nach Hamburg kam die "CSCL Globe" ungefähr halb beladen und mit einem reduzierten Tiefgang von 12,80 Metern - bei voller Auslastung hätte das Schiff einen Tiefgang von 16 Metern, zu viel für die Elbe. In den kommenden drei Tagen sollen 11.000 Container gelöscht werden. Am Freitag geht es mit neuer Fracht zurück nach China. Als erster Hafen wird Zeebrügge angesteuert.

Trotz der Einschränkungen, die die Hansestadt durch die Elbtiefe mit sich bringe, gebe es momentan keine Alternative zum Hamburger Hafen, erklärte der Vizepräsident von China Shipping, Yu Zenggang. Er betonte die guten Beziehungen zum Hamburger Hafen und machte deutlich: "Wir haben großes Vertrauen in den deutschen Markt".

Der Hafen und die Reederei nutzten die Ankunft der "CSCL Globe" auch, um der Forderung nach einer Elbvertiefung Nachdruck zu verleihen. "Ein weiterhin wachsender Containerverkehr und der zunehmende Einsatz besonders großer Containerschiffe im Chinaverkehr verdeutlichen inzwischen dramatisch, dass wir auf die Fahrrinnenanpassung der Unter- und Außenelbe nicht noch länger warten können", sagte Vorstand Axel Mattern von Hafen Hamburg Marketing.

Dass die Containerschiffe immer größer werden, bedeute für Hamburg auch große Herausforderungen bei Infrastruktur und Suprastruktur, sagte Wirtschaftssenator Frank Horch. "Aber die Schiffe werden nun einmal größer und da müssen wir uns anpassen." Hamburg versuche dabei, eine Balance aus umweltrelevanten Forderungen und ökonomischen Voraussetzungen zu wahren. "Es ist nicht so, dass wir bei der Umwelt die Augen zumachen", sagte Horch.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa