Wirtschaft

Enormer Kostendruck Grube baut die Deutsche Bahn um

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Rüdiger Grube muss viele Baustellen beackern.

(Foto: imago/STAR-MEDIA)

Die Deutsche Bahn schreibt in diesem Jahr tiefrote Zahlen. Konzernchef Grube will mit einem Bündel von Maßnahmen darauf reagieren. Sein größtes Sorgenkind in der Güterverkehr. Dort sind viele Arbeitsplätze gefährdet.

Die Deutsche Bahn rechnet mit einem Milliardenverlust und will darauf mit einem einschneidenden Konzernumbau reagieren. Im Rahmen eines mehrjährigen Programms sind Kurzfristmaßnahmen, darunter die Verbesserung der Pünktlichkeit, sowie Langfristmaßnahmen geplant, wie Bahn-Chef Rüdiger Grube in Berlin ankündigte. Die Pläne waren schon im Vorfeld bekannt geworden.

Laut Grube rechnet der Staatskonzern mit 2 Milliarden Euro Sonderbelastungen in diesem und nächstem Jahr. Davon entfallen 1,3 Milliarden auf Sonderabschreibungen im Güterverkehr. Weitere 700 Millionen Euro gehen in Rückstellungen für die Restrukturierung. Die endgültigen Werte stehen allerdings erst mit den Jahresabschlüssen 2015 und 2016 fest, wie der Bahn-Chef hinzufügte.

Angesichts der schwachen Geschäftszahlen gab Grube Fehler der Konzernleitung zu. "Vielleicht haben wir bisher zu sehr in Zuständigkeiten gedacht - und nicht in Verantwortlichkeiten", sagte er im Beisein seiner Vorstandskollegen. In den vergangenen Jahren sei manchmal der Eindruck entstanden, "die Bahn als ehemaliger Staatsmonopolist habe sich im wesentlichen aufs Defensivspiel verlegt".

Fragezeichen hinter den Plänen

Grube erklärte selbstkritisch, die Bahn müsse deutlich mehr an der Pünktlichkeit arbeiten. Gleichzeitig wolle die Deutsche Bahn auf ihren jeweiligen Märkten angreifen. Ebenfalls wachsen wolle man mit den internationalen Geschäften von DB Schenker Logistics und DB Arriva. Auch deshalb würden 55 Milliarden Euro an Investitionen in den nächsten fünf Jahren getätigt, davon 50 Milliarden in Deutschland, wie Grube erklärte. Im Güterverkehr sind nach Angaben von Personalvorstand Ulrich Weber mittelfristig bis zu 2600 Arbeitsplätze gefährdet.

Hinter den Plänen steht allerdings noch ein Fragezeichen. Der Aufsichtsrat hat die Umbaupläne bisher lediglich "zur Kenntnis genommen". Weitere Konkretisierungen der Umbaupläne sollen im kommenden Jahr diskutiert werden. Zudem genehmigte das Kontrollgremium das Budget für das Jahr 2016.

Quelle: n-tv.de, wne/DJ/dpa

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