Wirtschaft

Als Berater täglich im BüroGrupp: Mit Lebenserwartung muss sich auch Arbeitszeit verlängern

01.05.2026, 11:28 Uhr
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Wolfgang Grupp, ehemaliger Chef des Bekleidungsunternehmens Trigema, während des Gesprächs mit der Deutschen Presse-Agentur. (Foto: picture alliance/dpa)

Vergangenes Jahr macht der ehemalige Trigema-Chef seine Altersdepression bekannt. Nun mischt er sich auch öffentlich wieder ein, zur Verlängerung der Arbeitszeit - und wundert sich über den Verlauf der Debatte.

Unternehmer Wolfgang Grupp hat sich für eine automatische Kopplung von Renteneintritt und Lebenserwartung ausgesprochen. "Wenn wir älter werden, dann müssen wir auch länger arbeiten", findet der frühere Trigema-Chef.

Grupp kritisiert, dass diese "Logik" politisch kaum diskutiert werde. Es könne nicht sein, dass man einfach immer länger Rente bekomme. Als Berater sei er auch mit 84 Jahren noch täglich im Büro.

Er habe in 55 Jahren nie Kurzarbeit eingeführt und keinen Mitarbeiter aus wirtschaftlichen Gründen entlassen. Auch in Krisen wie der Pandemie habe er an garantierten Arbeitsplätzen und Löhnen festgehalten. Probleme habe es immer gegeben - entscheidend sei, sie schnell zu lösen.

Entscheidungen aus dem Bauch heraus

Entscheidungen treffe er immer schnell, quasi aus dem Bauch heraus und korrigiere, wenn nötig. Bereut habe er noch keine davon. "Das Schlimmste ist, nicht zu entscheiden."

Grupp senior gilt als einer der profiliertesten und schillerndsten Kaufleute in Deutschland. Er wurde durch kultige Fernsehspots bekannt. Darin warb ein Schimpanse im weißen Hemd und mit schwarzer Krawatte - verkleidet als Nachrichtensprecher - für T-Shirts und Sweatshirts des Mittelständlers.

Trigema stellt Wäsche, Freizeit- und Sportbekleidung her und wirbt damit, zu 100 Prozent "Made in Germany" anzubieten. Anfang 2024 räumte Grupp den Chefposten und gab die Geschäftsführung an seinen Sohn und seine Tochter ab. Beide Kinder waren schon zuvor in der Firma tätig.

Quelle: ntv.de, jaz/dpa

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