Wirtschaft

Halbprivate Befragungen H&M soll Mitarbeiter bespitzelt haben

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Bei H&M heißt es, der Vorfall werde nach wie vor sehr ernst genommen.

(Foto: imago images/Joachim Sielski)

Dem Modehändler H&M steht ein Spitzelskandal ins Haus. Nach Gesprächen mit Vorgesetzten sollen auch private Informationen der Mitarbeiter gesammelt und gespeichert worden sein - ein Verstoß gegen die Datenschutzbestimmungen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat dem Modehändler Hennes&Mauritz (H&M) Verstöße gegen Datenschutzbestimmungen vorgeworfen. Dabei gehe es um unerlaubtes Speichern persönlicher Daten von Mitarbeitern am Standort Nürnberg. H&M betreibt dort nach Angaben der Gewerkschaft Verdi ein Call Center zur Abwicklung von Bestellungen mit rund 600 Mitarbeitern.

Eine Verdi-Sprecherin sagte, die Mitarbeiter seien von Vorgesetzten zu Gesprächen gebeten worden, die teilweise einen halb privaten Charakter gehabt hätten. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse seien ohne das Wissen der Mitarbeiter gespeichert worden. Die Praxis sei erst bekannt geworden, nachdem einer der Vorgesetzten die Mitschriften auf einem öffentlich zugänglichen Laufwerksordner abgelegt habe.

Bei H&M hieß es, der Vorfall werde sehr ernst genommen. Der Schutz der persönlichen Daten der Mitarbeiter habe oberste Priorität. Der zuständige Datenschutzbeauftragte sei informiert und der Vorfall "unverzüglich an die Aufsichtsbehörde für Datenschutz in Hamburg gemeldet" worden. Diese prüfe, ob die gespeicherten Daten den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.

Darüber hinaus stehe H&M mit allen betroffenen Mitarbeitern in Austausch. Die Daten seien gesichert und lägen der Aufsicht vor: "Sie bleiben unangetastet bis zum Abschluss der Prüfung durch die Aufsichtsbehörde." Alle Mitarbeiter, die Einsicht anfordern, erhalten diese laut H&M uneingeschränkt.

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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