Wirtschaft

Atemlose Expansion H&M verliert Schwung

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An der Spitze eines wilden Ritts: H&M-Chef Karl-Johan Persson.

(Foto: picture alliance / dpa)

Im Massenmarkt für Mode schneidet der schwedische Branchenriese H&M zu Jahresbeginn nicht ganz so gut ab wie erwartet. Zwar schreitet die Expansion in aller Herren Länder weiter voran, doch der Umsatz bleibt hinter den hochgesteckten Erwartungen zurück. Der große Rivale aus Spanien zieht weiter davon.

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Vorteile eines Weltkonzerns: Irgendwo auf der Erde ist immer Frühling.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Textileinzelhandelskette H&M hat ihren Umsatz im ersten Geschäftsquartal leicht gesteigert. Die Erlöse kletterten um rund zwei Prozent auf 28,4 Mrd. Schwedische Kronen (rund 3,38 Mrd. Euro).

Besonders stark erwies sich der Februar: Allein in diesem Monat sei der Umsatz um fünf Prozent gestiegen, berichtete der schwedische Modekonzern. Weltweit gilt H&M als die Nummer zwei der Branche. Analysten hatten den Schweden allerdings insgesamt deutlich mehr zugetraut. Im Schnitt hatten sie mit einem Umsatzplus von sieben Prozent gerechnet.

Auf vergleichbarer Basis ging der Umsatz im vergangenen Monat sogar um drei Prozent zurück. In diese Zahl fließt lediglich der Absatz der Filialen ein, die bereits länger als ein Jahr geöffnet sind. Zusammen mit den neu eröffneten Zahlen kommen die Buchhalter bei H&M zwar auf bessere Werte, allerdings besitzen die für Geschäftsführung und Analysten deutlich weniger Aussagekraft.

Denn dass der Konzern seine Expansion weiter mit Riesenschritten vorantreibt, ist offensichtlich: Seit Februar 2012 hat der Konkurrent von Branchenprimus und Zara-Mutter Inditex weltweit mehr als 300 Läden eröffnet und kommt nun auf 2818 Filialen.

Inditex hatte erst vor zwei Tagen seine Bilanz zum Gesamtjahr 2012 vorgelegt. Für den Weltmarktführer aus Spanien zahlt sich demnach die Konzentration auf die Schwellenländer aus. Mit starkem Wachstum in China und Russland machte der wichtigste H&M-Rivale im vergangenen Jahr den Einbruch auf dem europäischen Markt mehr als wett.

Spanier gewinnen Vorsprung

Der Überschuss stieg um 22 Prozent auf 2,4 Mrd. Euro. Der vom laut Forbes-Liste drittreichsten Mann der Welt, Amancio Ortega, gegründete Konzern eröffnete im vergangenen Jahr neue Filialen in 64 Ländern, erstmals etwa in Bosnien, Ecuador oder Georgien. Insgesamt setzte Inditex mit seinen Modelabels Zara, Bershka, Massimo Dutti und Pull&Bear 15,9 Mrd. Euro um und damit 16 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Heimatmarkt macht Inditex seit einiger Zeit zu schaffen. Die hohe Arbeitslosigkeit hat die Verbraucherstimmung in den Keller gedrückt. Im vergangenen Jahr erlöste der Konzern nur noch 21 Prozent seiner Gesamtumsätze in Spanien. Im Vorjahr war es noch ein Viertel gewesen. Dagegen wird Asien mit nun bereits 20 Prozent am Konzernumsatz ein immer wichtigeres Standbein. Trotz der Schuldenkrise erwirtschaftet Inditex allerdings weiterhin fast die Hälfte in Europa. Weltweit verfügt der Konzern bereits über mehr als 6000 Läden in 86 Ländern.

Inditex kündigte an, die Dividende um 22 Prozent auf 2,20 Euro pro Aktie anzuheben. Anlegern reagierten zunächst leicht verstimmt. Beobachtern zufolge stieß ihnen die Brutto-Marge auf, die geringer als erwartet ausgefallen war.

Wie H&M hat sich Inditex einen Namen mit der schnellen und preisgünstigen Umsetzung von Laufsteg-Trends gemacht. Der schwedische Konkurrent, der noch viel stärker vom europäischen Markt abhängig ist, konnte sich zuletzt nicht so gut behaupten und verlor weiter Boden an die Zara-Mutter.

Quelle: ntv.de, mmo/rts

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