Wirtschaft

Altlasten bis ins Jahr 2078 HRE-Abwicklung dauert noch Jahrzehnte

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Übernehmen und abwickeln: Bei der FMS sind Finanzexperten noch auf Jahre hinaus mit Aufräumen beschäftigt.

(Foto: dpa)

Drei Buchstaben sind es, die aus deutscher Sicht die Schrecken der Finanzkrise markieren: HRE. Die Abkürzung von Hypo Real Estate steht für den Banken-Kollaps. Die Spätfolgen dieses Crashs werden die Deutschen wohl noch lange begleiten.

Die Abwicklung der 2008 kollabierten HRE-Bankengruppe wird Experten noch auf Jahrzehnte hinaus beschäftigen. Die als Abwicklungsanstalt für die Hypo Real Estate (HRE) gegründete staatliche "Bad Bank" FMS hat noch Papiere mit einer Laufzeit bis zum Jahr 2078 im Portfolio, wie FMS-Vorstandssprecher Stephan Winkelmeier erklärte. Der Großteil dieser "Langläufer" ist nach Winkelmeiers Worten am Finanzmarkt sehr schwer verkäuflich.

Wenn die "Bad Bank" diese nahezu unverkäuflichen Wertpapiere nicht loswird, bleiben die Risiken der Altlasten beim Staat hängen. Letztlich müsste dann wohl doch der Steuerzahler für die Verfehlungen der Hypo Real Estate aufkommen.

Rote Zahlen am Horizont

Ob es auch die FMS so lange geben wird wie die längsten Laufzeiten der im Portfolio schlummernden Altlasten, steht allerdings noch in den Sternen: Derzeit erwirtschaftet die FMS zwar Profit bei der Verwertung der HRE-Überreste. Im zurückliegenden Jahr 2016 waren es sogar stolze 296 Millionen Euro Nettogewinn.

Doch Winkelmeier erwartet, dass der Betrieb der Abwicklungsanstalt zwischen 2025 und 2030 in die roten Zahlen rutschen könnte. Denn dann wird ein Großteil des gewinnträchtigen HRE-Portfolios bereits verwertet sein - und Neugeschäft darf die FMS nicht tätigen. "Dann werden wir im Zweifelsfall Verluste schreiben", sagte Winkelmeier.

Anstalt in Bundeshand

Die "FMS Wertmanagement" wurde im Jahr 2010 als "bundeseigene Abwicklungsanstalt für die verstaatlichte Hypo Real Estate Holding AG (HRE-Gruppe) gegründet", heißt es in einer Selbstdarstellung der Bad Bank. Ziel ist es demnach "Risikopositionen und nicht strategienotwendige Geschäftsbereiche zu übernehmen und abzuwickeln".

Die FMS kann dabei als "wirtschaftlich selbständige Anstalt des öffentlichen Rechts" weitgehend "eigenständig" vorgehen. Dabei gelte die Maxime: "Ertragschancen nutzen und Verluste minimieren."

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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