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Geld für krebskranke Kinder Hat sich Trump an Spenden bereichert?

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"Sohn oder nicht Sohn - jeder bekommt eine Rechnung": Sohn Eric Trump steht hinter seinem Vater Donald, hier in einem Spiegelbild.

(Foto: REUTERS)

Jahrelang sammelte Donald Trumps Sohn Eric bei Golfturnieren Spenden für einen Kinderkrankenhaus. Tatsächlich soll ein guter Teil in die Taschen des Trump-Clans geflossen sein. US-Politiker fordern Ermittlungen.

Die Charity-Geschäfte von Vater Donald und Sohn Eric Trump werden möglicherweise ein juristisches Nachspiel haben. Der demokratische Abgeordnete aus Tennessee Steve Cohen hat den US-Justizminister, Generalbundesanwalt und Trump-Vertrauten Jeff Sessions aufgefordert, die Golfturniere, die Trump-Sohn Eric seit zehn Jahren für wohltätige Zwecke ausrichtet, unter die Lupe zu nehmen.

Laut dem Magazin "Forbes" sollen diese Spendengelder für Eric Trumps gemeinnützige Organisation zum Teil in den Taschen seines Vaters gelandet sein. Insgesamt elf Millionen Dollar soll Sohn Eric laut dem Magazin in den vergangenen Jahren für ein Krankenhaus für krebskranke Kinder in Tennessee gesammelt haben. 1,2 Millionen Dollar davon flossen laut "Forbes" jedoch irgendwo in den Trump-Konzern.

Cohen - in dessen Wahlbezirk das Kinderkrankenhaus liegt - schreibt in seinem Antrag, der der Zeitung "Tennessean" vorliegt: "Der Bericht deutet darauf hin, dass die Spender möglicherweise in die Irre geführt wurden. Die Veranstaltung könnte als Vehikel gedient haben, um Donald Trumps Privatunternehmen zu bereichern." Bis zu seiner Wahl zum US-Präsidenten war Trump Vorsitzender des Familienunternehmens. Mitte Januar übertrug er das Amt an der Spitze der "Trump Organization" seinen Söhnen Donald Jr. und Eric, er selbst blieb aber Eigentümer.

Eric hatte wiederholt damit geworben, er werde das gesamte Geld aus den Golfturnieren dem St. Jude Children's Research Hospital, einem weltbekannten Krankenhaus für krebskranke Kinder, zugute kommen lassen. Die Golfplätze gehören dem Trump-Konzern. "Wie können unsere Familienwerte 100 Prozent kostenlos nutzen", beteuerte er.

Entgegen diesem Versprechen floss nach ein paar Jahren aber doch ein Teil der Spenden an den Familien-Konzern, wie aus den Steuerunterlagen Eric Trumps Wohltätigkeitsorganisation hervorgeht. Denn laut "Forbes" stellte die Trump-Organisation die Benutzung der Golfplätze ab 2011 durchgängig - und das in sehr unterschiedlicher Höhe - in Rechnung.

"Jeder bekommt eine Rechnung"

Der US-Präsident soll frustriert und sauer gewesen sein, weil sein Sohn für die Benutzung der Plätze nichts zahlte, schreibt "Forbes". Donald Trump seien die wohltätigen Veranstaltungen seines Sohnes irgendwann zu teuer geworden. Er sei ausgerastet, berichtete ein ehemaliger Marketingchef dem Magazin: "Er habe sich gesagt: 'Wir spenden das alles? Es ist mir egal, ob er mein Sohn ist oder nicht - jeder bekommt eine Rechnung.'"

Es ist nicht die "Nutzungsgebühr" an sich, sondern ihre Höhe, die Experten für Benefiz-Veranstaltungen aufmerken lässt. Sie halten 1,2 Millionen Dollar für ein eintägiges Event einmal im Jahr für deutlich überzogen. Fragen wirft vor allem die Kostenexplosion über die Jahre auf. Die Ausgaben für die Veranstaltungen sollen sich laut "Forbes" allein von 2010 auf 2011 verdreifacht haben, von 46.000 auf 142.000 Dollar. Eric Trump hatte dem Magazin erklärt, die Kosten für die Veranstaltungen würden 100.000 Dollar nicht übersteigen. Laut Unterlagen lagen diese im Jahr 2015 jedoch schon bei mehr als dem Dreifachen.

Zu den Vorwürfen von "Forbes" befragt, erklärte Eric Trump lediglich: "Es scheint, als gebe es ein Motiv entweder gegen mich oder meine Familie. Sollte das der Fall sein, möchte ich mich nicht beteiligen." Die Trump-Organisation lehnte eine Stellungnahme zum Bericht gänzlich ab.

Geklärt werden muss nun, ob es sich bei den Zahlungen von Eric Trumps Wohltätigkeitsorganisation um Irreführung der Spender gehandelt hat oder ob gegebenenfalls auch gegen Steuervorschriften oder andere Gesetze verstoßen wurde. Der New Yorker Staatsanwalt Eric Schneidermann signalisierte bereits, dass er hinreichende Gründe für eine Untersuchung sieht. Es sind nicht die ersten Ermittlungen, die seine Behörde gegen das Trump-Imperium führt. Auch Donald Trumps eigene Charity-Organisation, die Donald J. Trump Foundation, wirft Fragen auf.

Eine weitere Sache bleibt ebenfalls kurios: Laut "Washington Post" soll sich die Eric Trump Foundation mittlerweile in "Curetivity" umbenannt haben. Die Behörden setzte er davon jedoch nicht in Kenntnis. 

Auch für Präsident Donald Trump wird die Luft dünner. Nach den Generalstaatsanwälten von Maryland und dem District of Columbia reichten mehr als 190 demokratische Abgeordnete Klage gegen den US-Präsidenten ein. Sie werfen ihm vor, sein Amt nicht ausreichend von seinen Geschäften zu trennen. In der Vergangenheit hatte die Familie alle derartigen Warnungen in den Wind geschrieben. Das könnte sich nun rächen.

Quelle: n-tv.de

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