Hersteller von WMF, Krups, TefalHaushaltsgeräteriese SEB streicht bis zu 2100 Stellen

Die Groupe SEB, Weltmarktführer für elektrische Haushaltskleingeräte, greift zum Rotstift: Bis zu 2100 Jobs sollen wegfallen, auch Deutschland ist betroffen. Mit dem Sparkurs will der WMF-Mutterkonzern dem Konkurrenzdruck aus Asien begegnen. An der Börse kommt das gut an - die Aktie legt zweistellig zu.
Der Haushaltsgeräteriese Groupe SEB mit Marken wie Tefal und WMF hat einen Stellenabbau angekündigt. Wegfallen sollen weltweit bis zu 2100 Arbeitsplätze, wie der französische Konzern in Ecully bei Lyon ankündigte. Grund ist demnach, dass SEB Kosten sparen will, um angesichts eines zunehmenden Wettbewerbsdrucks insbesondere aus Asien wieder auf einen "profitablen Wachstumskurs" einzuschwenken. Das Unternehmen ist Weltmarktführer für elektrische Haushaltskleingeräte.
Bis Ende 2027 will SEB dadurch Einsparungen in Höhe von 200 Millionen Euro erreichen. Der Stellenabbau werde zunächst aber Kosten von 200 bis 250 Millionen verursachen, für die in diesem Jahr entsprechende Rückstellungen verbucht werden sollen. Auch im Einkauf und bei den laufenden Kosten will SEB der Mitteilung zufolge sparen. Die Pläne trieben die SEB-Aktie in Paris um elf Prozent nach oben.
In Europa sind nach Unternehmensangaben bis zu 1400 Stellen betroffen, davon "potenziell 500 in Frankreich auf freiwilliger Basis". Im übrigen Europa sollen 900 Stellen wegfallen, in Deutschland seien Gespräche mit Arbeitnehmervertretern aufgenommen worden, hieß es von SEB. Rund 700 Stellen werden demnach voraussichtlich außerhalb Europas abgebaut, vor allem in Ägypten, der Türkei und Brasilien.
Derzeit beschäftigt der Konzern, zu dem auch Marken wie Rowenta, Moulinex und Krups gehören, weltweit rund 32.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. SEB hatte im vergangenen Jahr zweimal seine Umsatz- und Gewinnziele zurücknehmen müssen und dabei auf die schwächere Nachfrage in Europa sowie eine abwartende Haltung von Kunden in den USA verwiesen. Letztlich schrumpfte das operative Ergebnis aus dem laufenden Geschäft bei SEB 2025 um 25 Prozent auf 601 Millionen Euro. "Das Jahr 2025 hat die Anfälligkeit des Geschäftsmodells offengelegt: eine starre Kostenbasis, mangelnde Ambitionen und ineffektives Marketing", kommentierten Analysten von TP ICAP Midcap. Im laufenden Jahr soll der operative Gewinn wieder zulegen.
Der Nettogewinn lag 2025 bei 245 Millionen Euro, der Umsatz bei 8,17 Milliarden Euro. Die Aktionäre sollen eine stabile Dividende von 2,80 Euro je Aktie erhalten.