Wirtschaft

Die meisten verlieren Geld Hedgefonds fährt größten Gewinn aller Zeiten ein

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Hedgefonds-Veteran Ken Griffin sagte den Kursrutsch an den Börsen infolge der Zinswende früh voraus und stellte die Strategie von Citadel darauf ein.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Für die Börsen geht es 2022 bergab. Darunter leiden auch viele Hedgefonds. Einer Schätzung zufolge verbrennt die Branche insgesamt mehr als 200 Milliarden Dollar. Einige wenige Fonds erwirtschaften aber satte Gewinne. Einer knackt sogar einen legendären Rekord.

Noch nie hat ein Hedgefonds seinen Investoren einen so hohen Gewinn beschert: 16 Milliarden Dollar - nach Abzug von Unkosten und Gebühren - erwirtschaftete Citadel für seine Kunden im vergangenen Jahr. Das geht aus dem jährlichen Ranking von LCH Investments, einem Fonds für Hedgefonds, hervor. Damit knackte Citadel den seit 15 Jahren bestehenden Rekord von Hedgefondsmanager John Paulson, der 2007 mit einer legendären Wette gegen sogenannte Subprime-Hypotheken in den USA 15,6 Milliarden Dollar Gewinn gemacht hatte. Seitdem galt Paulsons Wette als "bester Trade aller Zeiten" - bis jetzt.

Citadel verdiente mit seinen diversen Finanzgeschäften brutto sogar 28 Milliarden Dollar. 12 Milliarden davon - das sind mehr als 40 Prozent - blieben allerdings als Kosten und Gebühren beim Hedgefonds etwa für Personalkosten inklusive Boni. Trotz dieser stattlichen Gebühren blieb den Investoren mit 16 Milliarden Dollar eine Rendite von 38 Prozent, beim von Citadel verwalteten Kapital von insgesamt 54 Milliarden Dollar.

Diesen Rekordgewinn erwirtschaftete Citadel in einer für den Finanzmarkt und die Hedgefondsbranche äußerst schwierigen Zeit. Der Leitindex für den US-Aktienmarkt, der S&P 500, verlor im vergangenen Jahr 20 Prozent an Wert, der Composite-Index der Technologiebörse Nasdaq mehr als 30 Prozent. Die Hedgefondsbranche insgesamt wurde von dieser Entwicklung auf dem völlig falschen Fuß erwischt und verlor insgesamt laut LCH mehr als 200 Milliarden Dollar. Nur wenige Fonds machten überhaupt nennenswerte Gewinne.

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Dem Ranking von LCH zufolge wurde 2022 nicht nur der Gewinn-, sondern auch der Verlust-Rekord der Branche gebrochen. Der Hedgefonds Tiger Global verbrannte 18 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr, mehr als die Hälfte seines Kapitals. Tiger Global investiert vor allem in Technologieaktien, was dem Fonds jahrelang traumhafte Gewinne bescherte. Im vergangenen Jahr allerdings beendeten die wichtigsten Notenbanken weltweit in Reaktion auf die steigende Inflation die Niedrigzinsära, drosselten damit die Liquiditätszufuhr für den Kapitalmarkt und schickten die Kurse an den Börsen auf Talfahrt.

Während spezialisierte Fonds wie Tiger Global mit voller Wucht getroffen wurden, konnten sich sogenannte Multistrategie-Fonds wie Citadel, die mit unterschiedlichen Finanzwetten sowohl auf dem Aktien-, als auch auf dem Anleihemarkt unterwegs sind, besser auf den Gegenwind einstellen. Zumindest wenn sie, wie Hedgefonds-Veteran und Citadel-Chef Ken Griffin es im vergangenen Jahr gelang, die Entwicklung an den Börsen richtig vorausgesagt hatten.

Quelle: ntv.de

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