Wirtschaft

1800 Beschäftige betroffen Heineken gibt Russland komplett auf

imago0076582842h.jpg

Das weltberühmte Logo ist in Russland bald nicht mehr zu sehen.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Während viele Unternehmen ihr Geschäft in Russland aussetzen, geht Heineken einen Schritt weiter. Die Brauereigruppe verkauft ihre Anlagen wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine und zieht sich vollständig zurück. Für die 1800 Beschäftigten gibt es in der schlechten auch eine gute Nachricht.

Die niederländische Brauereigruppe Heineken kehrt Russland endgültig den Rücken: Geschäfte in Russland seien aktuell "weder nachhaltig noch machbar", teilte Heineken mit. Das Unternehmen werde sein Eigentum in dem Land daher an einen neuen Besitzer "übertragen". Heineken werde damit keinen Profit machen, versicherte die Brauerei. Die rund 1800 Beschäftigten sollen bis Jahresende ihren Lohn bekommen.

Heineken hatte bereits knapp zwei Wochen nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine Anfang März Verkauf und Produktion seiner Biere in Russland gestoppt, ebenso Investitionen im Land und Exporte dorthin. Jetzt erklärte der Konzern: "Wir sind geschockt und tieftraurig, mitansehen zu müssen, wie sich der Krieg in der Ukraine entwickelt und verstärkt." Der Konzern habe daher beschlossen, Russland ganz zu verlassen.

Die Übergabe des Eigentums werde "unter Beachtung internationaler und örtlicher Gesetze" erfolgen. Heineken will aber eine Verstaatlichung seines Eigentums verhindern. Der Konzern rechnet mit außerordentlichen Kosten in Höhe von 400 Millionen Euro. "Auf jeden Fall garantieren wir die Löhne unserer 1800 Beschäftigten bis Ende 2022 und werden unser Bestes tun, ihre künftige Beschäftigung zu sichern."

Der geschäftliche Teil des Statements endet mit den Worten, dass "Heineken in Zukunft in Russland nicht mehr präsent sein wird", danach folgt ein Schlusssatz mit Blick auf den russischen Angriffskrieg. Für diesen erhoffe sich das Unternehmen, "dass sich bald ein Weg zu einem friedlichen Ausweg" eröffnen möge.

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs haben sich zahlreiche westliche Firmen aus Russland zurückgezogen, darunter Ikea, Coca-Cola und McDonald's. Die meisten schlossen vorerst ihre Geschäfte oder Produktionsanlagen. Heineken geht jetzt einen Schritt weiter. Die Brauereigruppe ist die zweitgrößte der Welt und beschäftigt insgesamt rund 85.000 Menschen.

Quelle: ntv.de, tsi/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen