Helfer als "billige Reserve"Pflegekräfte verdienen deutlich mehr als in Pandemie

Seit der Corona-Pandemie verbessern sich die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte. Neben mehr Geld gibt es auch mehr Beschäftigte in der Branche. Die Gehaltsunterschiede sind allerdings groß.
Die Löhne von Beschäftigten in Pflegeberufen sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Das geht aus Antworten des Bundesarbeitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor, aus denen die "Rheinischen Post" zitiert. Demnach betrug der Median-Bruttolohn für Vollzeitbeschäftigte in Pflegeberufen Ende 2024 gut 4120 Euro - ein Plus von etwa sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr (3870 Euro). Ende 2020 lag der mittlere Verdienst in der Pflege noch bei weniger als 3400 Euro.
Die Bundesregierung berief sich auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Der Median-Bruttolohn ist das mittlere Einkommen: Die eine Hälfte der Beschäftigten verdient mehr und die andere Hälfte weniger.
Zugleich ist die Quote der Pflege-Beschäftigen im Niedriglohnbereich deutlich gesunken. So verdienten Ende 2024 noch 7,1 Prozent der Vollzeitbeschäftigten ein Gehalt im unteren Entgeltbereich. Zum Vergleich: Ende 2022 lagen 10 Prozent unter der Niedriglohn-Schwelle, Ende 2020 sogar 14,7 Prozent. Der untere Entgeltbereich umfasst sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigte, die weniger als zwei Drittel des Medianentgelts verdienen.
Während Fachkräfte zuletzt fast 4300 Euro pro Monat verdienten, bekamen Helfer nur gut 3200 Euro. Die Linken-Bundestagsabgeordnete Julia-Christina Stange, Obfrau im Gesundheitsausschuss, kritisierte vor diesem Hintergrund, dass Helferinnen und Helfer in der Pflege "als billige, flexible Reserve eingesetzt" würden.
Insgesamt ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Pflegeberufen in den vergangenen Jahren gestiegen. Mitte des vergangenen Jahres zählte die Bundesagentur für Arbeit mehr als 1,76 Millionen Beschäftigte in der Branche - mehr als 2024 (gut 1,72 Millionen) und 2020 (knapp 1,63 Millionen).