Wirtschaft

Kochbox-Lieferservice aus Berlin Hello Fresh mit 2,6 Milliarden bewertet

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Hello-Fresh liefert in derzeit sieben Ländern Zutaten für Rezepte, die der Empfänger dann zu Hause kocht.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mit einer neuen Finanzierungsrunde steigt das Unternehmen Hello Fresh in den Kreis der "Einhörner" auf - jene Start-ups, die einen Wert von einer Milliarde Euro oder mehr haben. Die Gerüchte um einen Börsengang erhalten gleichzeitig neue Nahrung.

Der Berliner Kochbox-Lieferant Hello Fresh hat beim britischen Investmentfonds Baillie Gifford 75 Millionen Euro eingesammelt. Damit werde Hello Fresh nun mit 2,6 Milliarden Euro bewertet, teilte die Tochter der Startup-Schmiede Rocket Internet mit. Damit hat sich die Bewertung des Unternehmes von zuvor 624 Millionen Euro mit einem Schlag mehr als vervierfacht.

Rocket Internet
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Zuletzt hatte Hello Fresh im Februar 110 Millionen Euro eingesammelt, davon allein 100 Millionen Euro von Rocket Internet. Damit war das Unternehmen der Samwer-Brüder wieder Mehrheitseigner mit 51,7 Prozent der Anteile geworden. Seitdem hatte Rocket sogar noch weiter aufgestockt und hielt zuletzt sogar 58,9 Prozent von Hello-Fresh. Mit dem jetzigen Investment von Baillie Gifford reduziert sich dieser Anteil jedoch auf 57,2 Prozent.

Börsengang noch in diesem Jahr?

Gemeinsam mit den Anteilseignern beurteile Hello Fresh fortlaufend die strategischen Optionen des Unternehmens, hieß es nun - darunter auch einen möglichen Börsengang. Bereits Anfang August war über einen Börsenstart des Start-ups spekuliert worden. Laut Insidern sind bereits die US-Investmentbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs mit den Vorbereitungen für die Emission beauftragt worden. Der Gang aufs Parkett solle noch in diesem Jahr erfolgen.

Hello Fresh liefert in derzeit sieben Ländern - darunter auch Deutschland und die USA - die Zutaten für Rezepte, die der Empfänger dann zu Hause kocht. Das Unternehmen zählt nach eigenen Angaben mehr als 280.000 Abonnenten und verschickt monatlich rund vier Millionen Mahlzeiten.

Zu den Konkurrenten in Deutschland gehören unter anderem Marley Spoon, die ebenfalls von Rocket Internet mitfinanziert werden, sowie Kochhaus. Im vergangenen Jahr konnte Hello Fresh seinen Umsatz zwar fast verfünffachen - von 15 Millionen Euro im Jahr 2013 auf rund 70 Millionen Euro. Unter dem Strich stand allerdings ein bereinigter Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von knapp zwölf Millionen Euro. Das zeigt: Profitabel ist das Unternehmen noch lange nicht.

Quelle: n-tv.de, kst/rts

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