Wirtschaft

Großes Stühlerücken bei VW Herbert Diess wird neuer Volkswagen-Chef

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Nun ist es offiziell: Herbert Diess ist neuer Volkswagen-Chef.

(Foto: dpa)

Herbert Diess wird neuer Volkswagen-Chef. In einer Aufsichtsratssitzung beschließen die Mitglieder, dass er auf Matthias Müller folgen soll. Und auch sonst gibt einige personelle Veränderungen beim Wolfsburger Autobauer.

Europas größter Autohersteller Volkswagen hat einen neuen Konzernlenker und baut seinen Vorstand massiv um. Der bisherige VW-Markenchef Herbert Diess leitet ab sofort die Geschicke der Wolfsburger. Er löst Matthias Müller ab, wie der VW-Aufsichtsrat beschloss. Müller scheide im gegenseitigen Einvernehmen mit sofortiger Wirkung als Vorstandsvorsitzender, aber nicht aus dem Unternehmen aus. Demnach wird er seinen Vertrag bis 2020 erfüllen. Außerdem führt Volkswagen neue Markengruppen ein. Damit soll der Autokonzern künftig weniger zentral geführt werden.

VW Vorzüge
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Dem seit Herbst 2015 - seit "Dieselgate" mit Millionen manipulierter Dieselfahrzeuge - amtierenden bisherigen Konzernchef Müller soll intern Entscheidungsschwäche vorgeworfen worden sein. Erst am Dienstag hatte VW überraschend angekündigt, die Führungsetage umbauen zu wollen.

"Ziel des Volkswagen-Konzerns ist und bleibt es, das Unternehmen mit seinen Marken zukunftsfähig auszurichten, durch Innovationskraft und Ertragsstärke die Position im Spitzenfeld der internationalen Automobilindustrie abzusichern (...)", wird Aufsichtratschef Hans-Dieter Pötsch zitiert. "Herbert Diess ist dafür der richtige Manager." Er habe bei der Neuausrichtung der Marke Volkswagen bewiesen, mit welchem Tempo und mit welcher Konsequenz er tiefgreifende Transformationsprozesse umsetzen könne.

Daneben beschlossen die Aufseher weitere Personalien:

  • Gunnar Kilian, bisher Generalsekretär im Betriebsrat, wird Personalvorstand und damit Nachfolger von Karlheinz Blessing.
  • Der langjährige Einkaufsvorstand Francisco Javier Garcia Sanz verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch, seine Aufgaben wird der Beschaffungsvorstand der Marke, Ralf Brandstätter, kommissarisch übernehmen. Sanz ist seit 2001 Vorstand bei VW und auch Aufsichtsratschef beim Bundesligisten VfL Wolfsburg.
  • Zugleich rückt Porsche-Chef Oliver Blume in den Konzernvorstand auf.

Marken werden neu organisiert

Auch die Neuorganisation der Marken des Zwölf-Marken-Konzerns soll kommen: Eingeführt werden die Markengruppen "Volumen", "Premium" und "Super Premium", wie das Unternehmen mitteilte. Für die Nutzfahrzeugeinheit Truck & Bus sollen die Voraussetzung geschaffen werden, diese an die Börse zu bringen. Laut "Spiegel" sollen die einzelnen Marken in den vier Gruppen aufgeteilt werden:

  • Volumenmodelle mit den Marken VW, Skoda und Seat
  • Premiumfahrzeuge mit Audi,
  • Super Premium mit Porsche, Bentley, Bugatti und Lamborghini
  • Nutzfahrzeuge mit MAN, Scania und den leichten Nutzfahrzeugen

Die für die Markengruppen verantwortlichen Vorstandsvorsitzenden übernehmen zusätzlich Konzernführungsaufgaben. Der neue Konzernchef Diess verantwortet demnach die Konzernentwicklung- und Forschung, Audi-Chef Rupert Stadler den Konzernvertrieb und Porsche-Chef Blume die Konzernproduktion.

Der 59-jährige Diess galt bereits länger als "Kronprinz". In seiner Zeit als Chef der Kernmarke VW mit Modellen wie Golf, Tiguan oder Passat hat er die Effizienz der lange Zeit ertragsschwachen Wolfsburger verbessert. Er scheut auch Konflikte mit dem Betriebsrat nicht und lag mit Betriebsratsboss Bernd Osterloh wegen des "Zukunftspakt" genannten Sparprogramms im Clinch. Diess gilt in Teilen der Belegschaft aber auch als umstritten.

Quelle: n-tv.de, kpi/jwu/dpa/DJ

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