Wirtschaft

Mehr Fahrgäste, weniger Gewinn Hohe Investitionen verhageln Bahn-Bilanz

714958aa020da5110381e10f4e18c4fa.jpg

Die Debatte um den Klimawandel bescherte der Bahn so viele Fahrgäste wie nie zuvor in der Konzerngeschichte.

(Foto: dpa)

Im vergangenen Jahr stiegen so viele Menschen in die Züge der Deutschen Bahn wie nie zuvor - dennoch fressen die Kosten für Schienenausbau, Züge und Personal die Einnahmen auf. Welche Folgen die Corona-Krise haben könnte, wagt Konzernchef Lutz im Moment noch nicht zu prognostizieren.

Die Deutsche Bahn (DB) hat im vergangenen Jahr zwar einen neuen Fahrgastrekord im Fernverkehr aufgestellt, der Gewinn schrumpfte allerdings deutlich um 13 Prozent und wird wohl auch in den kommenden Jahren frühere Höhen nicht mehr erreichen. Erstmals nutzten mehr als 150 Millionen Reisende die ICE- und IC-Züge der Bahn, wie der Konzern in Berlin mitteilte. Die Zahl der Fahrgäste stieg den Angaben zufolge damit 2019 um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

7d4e1642349c65a6ae24d5a944d58ede.jpg

Konzernchef Richard Lutz.

(Foto: dpa)

Das waren 2,8 Millionen Reisende mehr im Fernverkehr. Auch im Regionalverkehr nahm die Zahl der Reisenden auf der Schiene im vergangenen Jahr um 1,6 Prozent auf knapp zwei Milliarden Fahrgäste zu. "Wir sehen klare Anzeichen für eine Verkehrsverlagerung auf die klimafreundliche Schiene", erklärte Konzernchef Richard Lutz, derzeit wegen der Corona-Pandemie vorsorglich in häuslicher Quarantäne.

Der Umsatz stieg um knapp ein Prozent auf 44,4 Milliarden Euro. Wegen hoher Investitionen sank der Vorsteuergewinn dennoch auf 1,8 Milliarden Euro. Mit den "hohen Zukunftsausgaben" wolle die DB die Leistungsfähigkeit der Eisenbahn in Deutschland "substanziell" steigern, kündigte der Bahnchef an. Der Großteil aller Mittel im Konzern fließe weiterhin in den Aus- und Umbau in Deutschland: "für mehr Qualität und Zuverlässigkeit, neue Züge und zusätzliches Personal".

Noch keine Prognose zu Corona-Folgen

Die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise seien in ihrer genauen Höhe noch nicht absehbar, erklärte Finanzvorstand Levin Holle. Internen Unterlagen zufolge war für 2019 - vor der Corona-Krise - bereits ein Gewinnrückgang auf 1,3 Milliarden Euro erwartet worden.

Die Güterbahn rutschte noch tiefer in die Krise. Die Verkehrsleistung - also Tonnen kombiniert mit gefahrenen Kilometern - sackte trotz stabiler Konjunktur um 3,7 Prozent ab. Weil die Nachfrage beim Transport von Stahl und Autos weiter zurückgehe, werde die Rückkehr auf einen Wachstumskurs noch eine Zeit brauchen, teilte der Konzern mit.

Quelle: ntv.de, jug/rts/AFP