Geplante Übernahme von AlcatelHollande stellt Nokia Bedingungen

Der finnische Konzern Nokia möchte seinen französischen Wettbewerber Alcatel-Lucent für mehr als 15 Milliarden Euro übernehmen. Doch der französische Präsident hebt die Hand und stellt konkrete Forderungen an den Käufer auf.
Frankreichs Präsident Francois Hollande knüpft die milliardenschwere Übernahme des heimischen Netzwerkausrüsters Alcatel-Lucent durch den finnischen Konkurrenten Nokia an Bedingungen. Erstens müsse Nokia garantieren, dass keine Arbeitsplätze bei Alcatel in Frankreich gestrichen werden, sagte Hollande. Zweitens solle Nokia die Forschungsaktivitäten in Frankreich ausbauen.
Hollande hat sich nach eigener Auskunft am Dienstag mit den Führungskräften beider Konzerne getroffen. Sie hätten Vorschläge unterbreitet. Hollande werde sich diese nun gemeinsam mit der Regierung anschauen. Nokia kündigte an, etwa 500 Stellen im Bereich der Forschung in Frankreich zu schaffen.
Der finnische Konzern will mit der Übernahme von Alcatel-Lucent die Gewichte in der hart umkämpften Netzwerkbranche verschieben. Er plant, den kleineren Wettbewerber für 15,6 Milliarden Euro in Aktien zu kaufen. Alcatel und Nokia kommen gemeinsam auf 114.000 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von 26 Milliarden Euro. Die französische Regierung hat die Möglichkeit, den Deal noch zu blockieren. In Frankreich beschäftigt Alcatel etwa 6000 Mitarbeiter.