Wirtschaft

Bevor Trump es will Holt unser Gold zurück!

19.01.2026, 17:25 Uhr DSCF1383-2Ein Kommentar von Jan Gänger
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Trump gestaltet auch seinen Schreibtisch im Oval Office mit goldfarbenen Elementen. (Foto: IMAGO/Cover-Images)

Ein Großteil der deutschen Goldreserven lagert in den USA. Mit Donald Trump im Weißen Haus stellt sich die Frage, wie sicher sie dort noch sind. Bundesbank und Bundesregierung sollten nicht warten, bis der US-Präsident eine Antwort gibt.

Donald Trump liebt Gold. Das Oval-Office im Weißen Haus hat er zum "Golden Office" umdekorieren lassen. Auch in seinem Anwesen in Mar-a-Lago und in seinem Penthouse in New York sind Vergoldungen ein unübersehbares Gestaltungselement. Gold ist für Trump ein Symbol von Macht. Diese Obsession gepaart mit seiner immer radikaleren "America First"-Ideologie rückt nun ein Thema auf die Agenda, das viele bereits für erledigt hielten: die Sicherheit der deutschen Goldreserven in den USA.

Deutschland besitzt den weltweit zweitgrößten Goldschatz - im Wert von mehr als 300 Milliarden Euro. Ein Großteil davon liegt in den Tresoren der Federal Reserve Bank in New York. Bisher waren die Goldbarren dort völlig sicher. Doch angesichts der stetigen Radikalisierung von Trump scheint das nicht mehr der Fall zu sein. Der US-Präsident pfeift auf Normen, Verträge und Allianzen. Wenn Grönland vor Trump nicht sicher ist, sind es Währungsreserven auch nicht.

3352 Tonnen ist der deutsche Goldschatz schwer. Etwas mehr als die Hälfte davon lagert in im Tieftresor der Bundesbank in Frankfurt am Main, rund 37 Prozent in New York. Der Rest wird von der Bank of England in London aufbewahrt.

Auf Trump ist kein Verlass. Er hält sich nicht einmal an Abkommen, die er selbst abgeschlossen hat. Er hat - zurückhaltend formuliert - ein distanziertes Verhältnis zu Demokratie und Rechtsstaat und setzt rücksichtslos auf das Recht des Stärkeren. Trump versucht mit aller Macht zu bekommen, was er will. Mit Trumps Attacken auf den Chef der US-Notenbank Jerome Powell wachsen die Zweifel, ob die Fed ihre Unabhängigkeit bewahren kann.

Bundesbank und Bundesregierung sollten deshalb alles in die Wege leiten, um das Gold nach Deutschland zu holen. Es ist fahrlässig, der US-Regierung und den US-Institutionen weiter zu vertrauen.

Dass Gold in New York und London gelagert wird, hat historische und praktische Gründe. Im Krisenfall hat die Bundesbank die Möglichkeit, es dort zu verkaufen. Bis zur zweiten Präsidentschaft Trumps war das sinnvoll und richtig. Doch die Zeiten haben sich geändert.

Quelle: ntv.de

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