Wirtschaft

"Menschen als Geiseln" Hotel hält Thomas-Cook-Urlauber fest

Dem Reiseveranstalter Thomas Cook droht die Pleite. Ein Hotel in Tunesien moniert, das britische Unternehmen habe nicht bezahlt. Dafür sollen nun die Touristen aufkommen - sonst dürfen sie ihr Urlaubsdomizil nicht verlassen.

Der Reiseveranstalter Thomas Cook hat mit einem Rückgang der Buchungen, hohen Kerosinkosten und der Unsicherheit rund um den Brexit zu kämpfen. Dem Konzern droht die Pleite. Offenbar kann Thomas Cook finanzielle Vereinbarungen mit Hotels nicht mehr einhalten. In Tunesien werden dutzende britische Touristen im 4-Sterne-Hotel "Les Orangers" festgehalten, weil der britische Reiseveranstalter seinen Zahlungspflichten nicht nachgekommen sei. Das Hotel würde die ausstehenden Beträge nun von den Touristen verlangen, berichteten mehrere britische Medien.

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"Die Angestellten des 'Les Orangers' haben die Tore zum Hotel verschlossen und halten die Menschen als Geiseln. Sie behaupten, Thomas Cook habe sie nicht bezahlt und fordern daher, dass wir sie bezahlen", sagte eine Touristin der Zeitung "The Sun". Angestellte des Hotels würden sogar den Strand bewachen, damit die Touristen nicht fliehen könnten.

Mehrere Touristen seien zudem dazu genötigt worden, die ausstehende Rechnung per Kreditkarte zu begleichen. Die indirekte Bestätigung erfolgte durch eine Antwort des Reiseveranstalters Thomas Cook auf Twitter. Das Unternehmen wird keine Neuankömmlinge mehr ins "Les Orangers" schicken, heißt es in dem Tweet. "Wer bereits in dem Hotel ist, dem wird ein alternatives Hotel in Hammamet angeboten. Wir unterstützen unsere Kunden weiterhin in allen unseren Resorts. Wer gestern mit Kreditkarte bezahlen musste, hat eine Rückerstattung erhalten."

London will Touristen unterstützen

Derzeit sind weltweit etwa 600.000 Urlauber mit Thomas Cook unterwegs, davon 150.000 aus Großbritannien. Die britische Regierung will die Urlauber im Falle einer Pleite des Reisekonzerns nicht hängen lassen. Außenminister Dominic Raab sagte gegenüber der BBC, dass entsprechende Planungen liefen, um sicherzustellen, dass in dem Falle niemand an seinem Urlaubsort strandet.

Thomas Cook führte am Sonntag mit den Geldgebern Gespräche über eine zusätzliche Kreditlinie von 200 Millionen Pfund, die der Konzern zusätzlich zu der bereits angekündigten Finanzspritze über 900 Millionen britische Pfund benötigt. Einem Bericht der Financial Times zufolge hofft Thomas Cook auf die Hilfe der britischen Regierung, die auch mit am Tisch sitze. Für Sonntagabend war laut Medienberichten zudem eine Sitzung des Verwaltungsrats von Thomas Cook geplant.

Zur Thomas Cook Group Airline gehört auch der deutsche Ferienflieger Condor. Dieser versicherte, dass der Flugbetrieb weitergehe. "Condor erhält den Flugbetrieb aufrecht", teilte die deutsche Fluggesellschaft des Reisekonzerns Thomas Cook am späten Sonntagabend mit.

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Quelle: n-tv.de, mba/DJ

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